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Vor dem Kampf gegen Savarese: Neues vom Box-Rüpel

Tyson lässt keinen Skandal aus

Glasgow - Profibox-Rüpel Mike Tyson lässt keinen Skandal aus, auch nicht in seiner neuen sportlichen Heimat Großbritannien. Zwei Tage vor seinem Fight gegen den Italo-Amerikaner Lou Savarese in Glasgow (live bei Premiere World ab 23.20 Uhr) schlägt nicht nur seine angeblich handfeste Auseinandersetzung mit Promoter Frank Warren sondern auch eine verbale Entgleisung Richtung Deutschland hohe Wellen.

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Üble Beschimpfungen gegen
die Deutschen: Mike Tyson.

Vor dem Morrison Gym der schottischen Metropole ließ sich der 33 Jahre alte Ex-Sträfling werbewirksam einen schottischen Kilt anlegen, stieg danach auf eine Mercedes-Nobelkarosse und trampelte kräftig auf dem Dach des S 500 herum. Auf den Hinweis des Premiere-World-Reporters Rolf Fuhrmann, dass es sich um einen deutschen Wagen handele, erwiderte "Iron Mike": "Die haben das Auto doch nur deswegen bauen können, weil die Deutschen den Juden das Geld geklaut haben." Schon Anfang des Jahres hatte Tyson erklärt, dass er wegen der Nazi-Vergangenheit in Deutschland nicht boxen wolle.

Ärger mit Promoter Frank Warren

Auf der Abschlusspressekonferenz beschäftigte die Journalisten am Donnerstag dann die Auseinandersetzung Tysons mit Frank Warren wegen der Bezahlung von Schmuck im Wert von 1,2 Millionen Mark. "Haben Sie ihn geschlagen?", fragte ein Reporter. "Nein", sagte Tyson. Auf die Frage "Haben Sie gedroht, ihn aus dem Fenster zu werfen?", erwiderte Tyson: "No Sir". Auf den Zwischenruf "Warum?" meinte Tyson grinsend: "Weil mindestens 100 andere vor ihm dran wären."

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Wer bezahlt den Schmuck?

Ein Juwelier aus der noblen Londoner Bond Street klagt vor Gericht auf Bezahlung einer diamantenbesetzten Armbanduhr und eines Armbands. K.o.-König Tyson hatte sich die Schmuckstücke im Januar anlässlich seines Fights gegen Julius Francis in Manchester gekauft. Nach dem Bericht einer Tageszeitung soll Tyson, der wegen Vergewaltigung dreieinhalb Jahre und wegen Körperverletzung nochmals fünf Monate im Gefängnis saß, Promoter Warren wegen der Angelegenheit das Jochbein und drei Rippen gebrochen haben. Tyson ist immer noch der Meinung, der Promoter habe den Schmuck zu bezahlen, was dieser ganz anders sieht.

"Ich liebe es, meine Gegner zu verletzen"

Warren bezeichnete die Zeitungsberichte als "Müll", erschien allerdings nicht auf der Pressekonferenz und hat auch seine Hotelbuchung in Glasgow storniert. Offiziell hatte er seinen Flieger nach Glasgow verpasst. Seit einer Woche wurde der Promoter nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Es wird vermutet, dass dies der letzte Fight mit Tyson sein wird und dass Warren möglicherweise überhaupt nicht zum Kampf kommt. Warrens Sprecher Bernie Dillon kündigte rechtliche Schritte gegen einige Zeitungen wegen der Berichte an.

Mike Tyson traf Anfang der Woche verspätet in Großbritannien ein, weil er zuvor noch bei der Beerdigung seines guten Freundes Darryl Baum in New York war. Baum war in einem New Yorker Schwarzen-Ghetto erschossen worden. Wegen der psychischen Belastung soll in der Ringecke am Samstagabend vor mehr als 40.000 Zuschauern im Hampden Park in Glasgow auch Tysons Haus-Psychiater stehen.

Schließlich prophezeihte der "böseste Mensch auf dem Planeten" seinem Gegner Savarese noch einen schmerzhaften Abend: "Ich liebe es, meine Gegner zu verletzen. Damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt."

Von Peter Byrne, sid - Fotos: AP, dpa

Geändert am 23. Juni 2000 15:40 von sab
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