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Tour de France: Team Telekom steht - Totschnig sauer

"Heppes" Freude und Aldags Frust

Baden - Rolf Aldag verließ das Mannschaftshotel im schweizerischen Baden vor der Präsentation wortlos und voller Frust, der Österreicher Georg Totschnig sprach von "der größten Enttäuschung meiner Karriere". Die Telekom-Nominierung für die Tour de France (1. bis 23. Juli) hat herbe Wunden bei ehrgeizigen Profis hinterlassen.

Erik Zabel (re.) ist gesetzt, Rolf Aldag muss
dagegen bei der Tour de France zuschauen.

Teamchef Walter Godefroot: "Ich kann die Reaktionen verstehen, jeder träumt von der Tour. Es tut mir leid für jene vier oder fünf Fahrer, die den Start auch verdient gehabt hätten."

Veteranen strahlten

Zwei Veteranen aber strahlten wie unter dem Weihnachtsbaum. Der 35-jährige Jens Heppner, dessen Comeback die größte Überraschung ist, bekannte: "Ich bin sehr, sehr glücklich." Udo Bölts (33): "Ich hatte kaum noch mit meiner neunten Tour gerechnet und bin ganz locker in die Saison gegangen, vielleicht hat mir das geholfen."

Godefroot: Eine schwere Entscheidung

Jan Ullrich und Erik Zabel führen erwartungsgemäß das Team an, das nach dem Problemjahr 1999 an die Glanzzeiten 1996-98 anknüpfen soll. Godefroot entschied sich letztlich dafür, beiden Assen nur je einen Edelhelfer zur Seite zu geben und dazu die "besten fünf Allroundfahrer" auszuwählen: "Es war eine schwere Entscheidung. Ich habe sie mit den Trainern und auch mit Jan und Erik besprochen, aber letztlich konnte sie mir keiner abnehmen."

Darf noch mal ran: Jens Heppner.

Jaksche gestrichen

So platzte auch die Hoffnung des jungen Talents Jörg Jaksche (Ansbach), obwohl der 23-Jährige schon zweimal die Tour gefahren ist. Zuvor gestrichen waren bereits Andreas Klöden (Berlin), Gewinner von Paris-Nizza, und Kai Hundertmarck (Kelsterbach), Sieger am Henninger Turm.

Fagnini als "Lokomotive"

Godefroot stellte klar: "Jan musste ebenso zurückstecken wie Erik." Zabel muss ohne Aldag auskommen, der Spurts gut anfahren kann. "Rolf ist ein echter Härtefall", sagt Godefroot über den 31-jährigen Ahlener, der sich als vorbildlicher Wasserträger bei acht "großen Schleifen" viel Anerkennung erworben hat. Erik Zabel hat immerhin Gian-Matteo Fagnini (Italien) als "Lokomotive" dabei.

Guerini soll Ullrich in den Bergen helfen

Ullrich wiederum hätte gern noch Kletterkünstler Totschnig an seiner Seite gehabt. Doch der ist als Leichtgewicht auf den flachen Etappen kein Tempobolzer. So bleibt dem Merdinger auf den Gipfeln nur Giuseppe Guerini (Italien), der Sieger von Alpe d'Huez 1999. Godefroot: "Die Tour wird nicht im Hochgebirge entschieden, sondern in der Ebene und im Mittelgebirge."

Goodefroots Ziel: Ein Platz auf dem Podium weiterblättern
 
Geändert am 23. Juni 2000 13:46 von sab
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