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Tennis: Kiefers Aufschwung war von kurzer DauerRückkehr zu alten FehlernToronto - Nach der Pleite in Toronto droht Nicolas Kiefer der Sturz vom deutschen Tennis-Thron. Sollte sein Rivale Thomas Haas beim Hartplatz-Turnier in Cincinnati das Viertelfinale erreichen und Kiefer zum siebten Mal in diesem Jahr in Runde eins scheitern, wäre seine Regentschaft in der nächsten Woche beendet.
Allerdings kann Kiefer nach seiner 2:6, 5:7-Niederlage bei den Canadian Open gegen Jiri Novak (Tschechien) damit rechnen, dass Haas die nationale Nummer 1 nicht erobern wird. "Man kann nicht übersehen, dass beide seit einem halben Jahr ihrer Form hinterher laufen. Okay, Kiefer war lange verletzt. Tommy aber hat noch nicht gezeigt, dass er wirklich alles tun will, um ganz nach oben zu kommen", schrieb Boris Becker den beiden besten deutschen Spielern via "Bild" ins Stammbuch. Ins Schicksal ergebenWährend sich Haas in seiner Wahlheimat Florida auf sein Comeback vorbereitet, wurde Kiefer nach dem hoffnungsvollen Beginn beim ersten Auftritt mit seinem neuen Trainer Sven Groeneveld mit dem Zweisatz- Sieg über US-Open-Finalist Todd Martin (USA) in Kanada unsanft gestoppt. Während der ebenso klaren Zweisatz-Niederlage in 87 Minuten bei dem mit 2,45 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Turnier gegen den Weltranglisten-62. Novak fiel der Weltranglisten-25. in alte, schon überwunden geglaubte Fehler zurück. Der 23-Jährige ergab sich beim sechsten Masters-Turnier der Saison widerstandslos in sein sportliches Schicksal. Trainer ist als Psychologe gefragt"Kiefer hat nicht gezeigt, was er kann. Er war oft zu passiv, hat 36 unerzwungene Fehler gemacht - das ist weitaus zu viel. Kiefer lässt in den entscheidenden Situationen vermissen, dass er absolut gewinnen will. Auch bewegt er sich häufig nicht optimal", sagte Patrik Kühnen, der Tennis-Experte des Fernsehsenders "Premiere World", nach der streckenweise desolaten Vorstellung des Holzmindeners. Schon steht die Partnerschaft zwischen Kiefer und dem früheren Stich-Trainer Groeneveld vor der ersten Bewährungsprobe. Der Niederländer ist nun vor allem als Psychologe gefragt.
Sampras auf dem VormarschIm Kampf um die Nummer 1 der Welt hat Pete Sampras wieder alle Trümpfe in der Hand. Denn falls der 13fache Grand-Slam-Gewinner in Toronto das Finale erreichen sollte, wäre er mit French-Open-Gewinner Gustavo Kuerten punktgleich. Der Brasilianer, der die bisherige Nummer eins Magnus Norman (Schweden) verdrängt hat, verlor am Mittwoch (Ortszeit) sein Zweitrunden-Spiel gegen Sebastian Lareau (Kanada) und muss auf Schützenhilfe hoffen. Falls Sampras, der in Toronto in Runde drei auf den Armenier Sargis Sargsian trifft, erstmals die Canadian Open gewinnen sollte, säße der Amerikaner drei Wochen vor den US Open, dem letzten Grand-Slam-Turnier der Saison in New York, erstmals in dieser Saison auf den Tennis-Thron. Davenport sucht nach der FormBeim Damen-Turnier in San Diego feierte Anna Kurnikowa einen Aufsehen erregenden Erfolg. Die 19-jährige Russin, die bislang auf den Titelseiten der bunten Blätter erfolgreicher war als auf dem Tennis-Platz, besiegte die Weltranglisten-Zweite Lindsay Davenport (USA) mit 2:6, 6:4, 7:5 und träumt von ihrem allerersten Turniersieg. Davenport dagegen wartet seit rund fünf Monaten auf ein Erfolgserlebnis. In Kalifornien weiter im Geschäft ist auch Wimbledon-Gewinnerin Venus Williams (USA), die drauf und dran ist, die Olympiasiegerin Davenport von Platz zwei der Weltrangliste zu verdrängen. Von Günter Schulz, dpa - Fotos: dpa, AP
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| Geändert am 3. August 2000 16:25 von sab | ||||||||||||