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Neue Ära im Kampf gegen Doping?

Harte Kontrollen schrecken ab

Sydney - Die Olympischen Spiele in Sydney könnten für den Kampf gegen die Sport-Geißel Doping ein historischer Wendepunkt werden.

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Ihn hat's erwischt: Der rumänische Gewichtheber Iwan Iwanow musste seine Medaille wieder zurückgeben.

Noch nie wurde so hart kontrolliert, noch nie so offensiv mit dem Thema umgegangen - und so harsch darüber gestritten. "Die Abschreckung ist höher, die Qualität der Tests besser und das Selbstbewusstsein der Kontrolleure größer geworden", urteilte Thomas Bach, Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Und selbst der lange Zeit als IOC-Kritiker geltende Drogenberater des US-Präsidenten, Barry McCaffrey, spürt eine Umkehr. "Diese Spiele haben eine neue Ära eingeleitet, in der Siege auf harter Arbeit beruhen, auf Talent und nicht auf Pharmazie", sagte er in Sydney.

Medaille zurückgegeben

Erfolge auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit im Medaillen- Wettstreit der Athleten sind durchaus erzielt worden, wie die Doping-Meldungen in Sydney zeigten. Der bulgarische Weltklasse-Gewichtheber Iwan Iwanow musste ohne Federlesen die Silbermedaille wegen Diuretika-Doping wieder hergeben, und der mit Anabolika voll gepumpte Hammerwerfer Wadim Dewjatowski (Weißrussland) bestand als erster Athlet eine Trainingskontrolle nicht, die unter Regie des IOC stattfand. Zudem wurden 26 Sportler aus 15 Ländern bei Trainingstests vor Olympia ertappt.

"Keine drogenfreien Spiele"

Trotz deutlich erhöhter Anstrengungen des IOC und der 28 Sommersportverbände, die sich dem Kontrollprogramm der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) angeschlossen haben, bleibt die Skepsis über dessen Effektivität. "Ich denke absolut nicht, dass dies hier drogenfreie Spiele sind", sagte der US-Schwimmcoach Richard Quick am Donnerstag der Zeitung "The Australien". Er sei "enttäuscht über die Qualität und Häufigkeit der Tests, die vom IOC gemacht wurden". Für seine US-Cracks lege er die Hand ins Feuer, nicht unbedingt aber für andere Schwimmer: "Ich will nicht mit dem Finger auf andere Nationen zeigen, aber ich habe das Gefühl, dass in der Tiefe des Feldes noch Fälle versteckt sind."

Doch kein Interesse am Anti-Doping-Kampf? weiterblättern
 
Geändert am 21. September 2000 12:05 von sab
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