|
|
Formel 1 in Indianapolis: Fahrer sind beeindrucktMit Tempo 300 durch die SteilkurveIndianapolis - Indianapolis ruft - und die Helden der Formel 1 sind da. Doch wo die Rennfahrer am Sonntag auf dem berühmtesten Rennoval der Welt die (Steil)Kurve kriegen wollen, bestimmen noch Baufahrzeuge und Gabelstapler das Geschehen. Vier Tage vor dem ersten Grand Prix von Amerika seit 1991 erhält der neue Straßenkurs im Innern des weltberühmten Speedways seine letzte Kosmetik.
Seit dem 2. Dezember 1998 blieb hier kein Stein auf dem anderen. Es entstanden 4,195 Kilometer Rennstrecke, zusätzliche Tribünen, ein Kontrollturm für die Rennleitung, Boxengaragen und ein großzügiges Pressezentrum. 10 800 Tonnen Kies, 21 200 Tonnen Asphalt, 500 000 Reifen, vier Kilometer Leitplanken und 36 km Zäune wurden verlegt. 40 Millionen Dollar investiertRund 40 Millionen Dollar sollen in den Umbau der Strecke geflossen sein, auf der am kommenden Sonntag (Start 20.00 Uhr MESZ) der 15. Lauf zur Formel-1-WM über den Asphalt geht. Die genaue Summe wird genauso geheim gehalten, wie die Anzahl der verkauften Tickets. Die Streckenverwaltung spricht von 220 000 bis 250 000 Zuschauern am Renntag. Wer jetzt noch schnell eine der zwischen 40 und 150 Dollar teuren Eintrittskarten kaufen will, muss sich auf dem Schwarzmarkt bedienen. An den offiziellen Verkaufsständen werden nur noch Trainings-Tickets angeboten. Flüge und Hotels sind ausgebuchtDie Hotels sind seit Monaten ausgebucht. Teams und Sponsoren haben eine Woche im Voraus die besten Restaurants der 800 000 Einwohner- Stadt reserviert. Wer jetzt noch keinen Flug hat, kann Indianapolis zwischen Donnerstag und Dienstag nur auf dem Landweg erreichen beziehungsweise verlassen.
Lob von Coulthard"Eine beeindruckende Anlage", lobte McLaren-Mercedes-Pilot David Coulthard. Jacques Villeneuve kennt das Speedway bereits aus eigener Erfahrung: Der kanadische Formel-1-Weltmeister von 1997 gewann 1995 die 500 Meilen von Indianapolis. Zu Sicherheitsbedenken einiger Kollegen, speziell im Hinblick auf die überhöhte Zielkurve, meinte der Draufgänger spöttisch: "Ich habe die Strecke beim Anflug auf Indianapolis vom Flugzeug aus gesehen und konnte nichts erkennen, was gefährlich wäre." Das sieht auch Jaguar-Pilot Eddie Irvine so: "Normalerweise wird die Steilkurve linksherum gefahren. Für uns ist sie eine Rechtskurve. Wo soll da das Problem liegen?" Auslaufzonen statt Betonmauer"Die Hauptstadt des Motorsports", wie sich das Speedway selbstherrlich feiert, muss sich erst noch mit der fremden Welt der Formel 1 anfreunden. Der Austragungsort der 500 Meilen von Indianapolis und des Nascar-Rennens "Brickyard 400" bietet sonst Kost für den heimischen Motorsportfan: Vollgas im Kreis direkt an einer hüfthohen Mauer entlang. Die Formel 1 fällt schon allein deshalb aus dem Rahmen, weil die Strecke im Uhrzeigersinn verläuft, weil sie 13 Kurven beinhaltet, davon neun rechtsherum, und weil in der Auslaufzone keine Wand aus Beton, sondern ein Kiesbett steht. Nur ein Streckenabschnitt wird den Indy-Freaks vertraut vorkommen: Auch wenn "Turn one" nicht mehr die erste sondern die letzte Kurve ist und aus der "falschen" Richtung angefahren wird, so erinnert der 400 Meter lange und mit neun Grad überhöhte Bogen doch an den 500- Meilen-Klassiker. Die rund 300 km/h schnelle Kurve ist durch keine Reifenstapel gesichert; die ersten Tribünenreihen befinden sich nur durch einen zehn Meter hohen Zaun geschützt direkt hinter der Mauer. Von Jeff Morgan, dpa - Fotos: dpa, AP
|
|||||||||||||
| Geändert am 21. September 2000 16:48 von sab | ||||||||||||||