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"Franzi" gibt noch nicht auf, aber Zukunft ist ungewiss

Schwimmende Diva denkt noch nach

Sydney - Franziska van Almsick gibt noch nicht auf. Die schweigsame und von öffentlicher Schelte tief getroffene Athletin hat sich in Sydney eine dreimonatige Denkpause verordnet, um sich über die Fortsetzung ihrer Karriere oder den Rücktritt vom Sport klar zu werden.

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Geht erst mal auf Tauchstation: Franziska van Almsick.

"Was meine Zukunft betrifft, werde ich hier nicht entscheiden", erklärte die Berlinerin in der Olympia-Stadt. Ihr Manager Werner Köster sagte am Donnerstag kurzfristig eine Pressekonferenz des Schwimmstars ab, "weil damit die Erwartung verbunden wurde, dass sie ihren Rücktritt bekannt gibt". Franziska van Almsick brauche "Zeit, das sacken zu lassen, was in dieser Woche passiert ist". "Das waren die emotionalsten Tage meines Lebens", beschrieb "Franzi" ihre Gefühle, "ich hatte fast jeden Tag eine Träne im Auge."

Unterstützung von Schäuble

Nach Olympia wird sie zunächst nach Hause fliegen. Mit gemischten Gefühlen, auch wenn sie sagt: "Ich hatte erwartet, dass man mich zerreißt." Unterstützung bekam sie von dem früheren Innenminister Wolfgang Schäuble: "Ich finde es traurig, wie manche deutsche Sportler verrissen werden."

Start in der Lagen-Staffel

Die Weltmeisterin und 13fache Europameisterin soll zum Abschluss an diesem Samstag auf alle Fälle in der Lagen-Staffel starten. "Sie schwimmt", stellte Bundestrainer Achim Jedamsky am Donnerstag fest. Nach Bronze mit der Freistil-Staffel hatte Franziska van Almsick einen weiteren Start selbst in Frage gestellt. Jedamsky meinte jedoch: "Unter Frust sagt man vieles, was man nachher bereut." Er würde sich auch mit Blick auf den Neuaufbau freuen, "wenn Franziska uns noch ein Jahr erhalten bleibt". 22 sei kein Alter für den Rücktritt.

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Abschied?: "Franzi" will
erst in Ruhe nachdenken.

"In Ruhe nachdenken"

Franziska van Almsick ist verunsichert. Sie soll jetzt keine Entscheidung fällen, die sie später womöglich bereut. Köster: "Sie soll in Ruhe entscheiden. Sie muss länger darüber nachdenken." Die Athletin selbst sagt: "Wenn ich zurücktrete, dann trete ich endgültig zurück. Für mich gibt es keinen Rücktritt vom Rücktritt." Es gebe Pläne für die Zukunft, so Köster. Einzelheiten wollte der Manager aber nicht verraten.

In der Mannschaft isoliert

Öffentliche Schelte und Häme machen es nicht leichter. "Franzi van Speck. Als Molch holt man kein Gold", musste sie lesen. Das tut weh. Die Kritik aus der Mannschaft tut ihr Übriges. Franziska van Almsick ist ein Stück isoliert. Die Zukunft muss auch zeigen, ob sich Niederlagen und Kritik von Sydney negativ auf das Image und die Sponsorenverträge der Werbe-Millionärin auswirken. Köster meint nicht. "Ich will nicht sagen, dass Siege stören. Das ist Quatsch."

Die Sportlerin ist zutiefst getroffen. Mit Kopfhörern und Musik schützt sie sich vor unangenehmen Fragen. Den Medien geht sie aus dem Weg. "Sie hatte zwei Möglichkeiten: sich den Journalisten zu stellen oder die Flucht zu ergreifen", meinte Köster, der kritisierte: "Wer so eine Öffentlichkeit hat, muss auch mehr abkönnen." Er wünsche sich aber "nicht, dass man sich an ihrer Hilflosigkeit weidet".

Von Richard Janssen und Dietmar Fuchs, dpa

Geändert am 21. September 2000 11:04 von sab
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