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London: Raketen auf Geheimdienst
Wirklichkeit holt Kinowelt ein

MI6 war bereits im James-Bond-Film Ziel von Terroranschlag

Wirklichkeit holt Kinowelt ein

London - Miss Moneypenny sitzt nicht am Empfang. Und auch Tüftler "Q" bastelt in Wirklichkeit nicht in den Tiefen des Hauptquartiers des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 im Zentrum Londons. Und doch holte die Realität am Mittwoch die Kinowelt ein - ohne dass James Bond die Finger im Spiel hatte.

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Ein echte Rakete traf am Mittwoch das Gebäude im achten Stock

Der Raketenanschlag auf eines der am besten gesicherten Gebäude der Welt war bereits der zweite Terrorakt auf den Sitz des britischen Geheimdienst, wenngleich sich der erste auch nur im Kino abspielte: Mit lautem Knall und großem Getöse, Feuersbrunst und splitternden Scherben riss eine Explosion ein riesiges Loch in die Außenwand zur Themse. Das geschah 1999 im Film "Die Welt ist nicht genug". Ein echte Rakete traf am Mittwoch das Gebäude im achten Stock.

Kein Bond sprang hinterher

Doch in der Realität schwang sich kein Superagent 007 ins Schnellboot, um die Attentäter über die Themse zu verfolgen. Am Mittwoch blieben die Urheber des Anschlags zunächst unbekannt. Genauso unbekannt wie die Agenten, die sich im geheimnisumwobenen MI6 tummeln, wobei diese Abkürzung für "Military Intelligence, section six" steht. Dort sammeln sie tagtäglich hochgeheime Daten und machen nur ab und zu von sich Reden, wenn sie tragbare Computer mit Staatsgeheimnissen auf der Festplatte aus Versehen irgendwo rumliegen lassen, wie es Anfang dieses Jahres geschah. Ansonsten legt der 1921 gegründete britischen Geheimdienst "Secret Intelligence Service" (SIS) Wert auf Diskretion. So viel Wert, dass selbst die britische Regierung die Existenz der Geheimdienstes bis vor wenigen Jahren nicht einmal zugab.

Unscheinbarkeit im Hintergrund

Die Angestellten des MI6 - zu ihnen gehörte einst auch James-Bond-Erfinder Ian Fleming - leben in Wirklichkeit mehr von der Unscheinbarkeit im Hintergrund als von spektakulären Auftritten. Ihre Namen sind zwar nicht hinter einem Zahlencode verborgen, doch auch die "echten Agenten" geben ihre Identität nicht preis. Sie kürzeln bis heute oft nur mit dem simplen Anfangsbuchstaben ihres Namens.

AFP - Foto: dpa

Geändert am 21. September 2000 16:36 von mwege
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