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WM-Triumph: Ausnahmezustand auf dem Apennin

Italien liegt Schumi zu Füßen

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Grazie Schumi: Der Formel-1-Weltmeister wird von den italienischen Gazzetten mit allen erdenklichen Superlativen bedacht.

Rom - Der Staatschef gratulierte, Auto-Zar Gianni Agnelli war gerührt, und glaubt man den Italienern, weinte im Himmel sogar der große Enzo Ferrari vor Freude. Italien lag Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher nach dem denkwürdigen WM-Triumph zu Füßen.

Bis in den frühen Morgen genossen die Tifosi von Mailand bis Palermo den kollektiven Rausch in Rot. "Schumacher, der Erlöser", stellte die Gazzetta dello Sport fest. Der Gewinn der ersten Fahrer-Krone seit 21 Jahren drängte in den italienischen Tageszeitungen sogar die hohe Politik und König Fußball in den Hintergrund. Die Gazzetta widmete der Formel 1 die ersten elf Seiten, der 3: 0-Sieg der italienischen Fußballer gegen Rumänien fand erst auf Seite 17 Erwähnung. "Zuletzt hatten wir einen derartigen Feiertag 1982, als unsere Fußballer den WM-Titel gewannen. Wir sind stolz auf Ferrari und Michael Schumacher, dieser 8. Oktober 2000 wird unvergessen bleiben", schrieb das Blatt weiter und verdeutlichte damit den Stellenwert des "nationalen Heiligtums" Ferrari.

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Außer Rand und Band: Die Begeisterung kennt in Italien keine Grenzen.

"An Enzo Ferrari gedacht"

Selbst die mächtigen Männer des Landes freuten sich wie kleine Kinder. "Ich war gerührt, vor allem, weil ich an Enzo Ferrari gedacht habe", meinte Gianni Agnelli, Chef der Fiat-Gruppe: "Ich habe mich gefragt, was er wohl zu diesem Erfolg gesagt hätte. Wie ich ihn kannte, hätte er vielleicht nur kommentiert: Sie haben ihre Pflicht getan." Auch alle anderen Zeitungen gedachten des "Commendatores". Es war der erste Fahrer-Titel seit dem Tod des Firmengründers, der 1988 im Alter von 90 Jahren gestorben war.

"Ein Mann von großer Klasse"

Fiat-Ehrenpräsident Agnelli, ohne den bei Ferrari die Räder still stehen würden und auf dessen Befehl Schumacher 1996 zu den "Roten" geholt worden war, adelte seinen teuersten Angestellten: "Schumacher ist einer der ganz Großen der Formel 1, er steht schon jetzt auf einer Stufe mit Ayrton Senna, Jackie Stewart und Niki Lauda. Ein Mann von großer Klasse. Und wie alle großen Männer hat er bewiesen, dass er auch weinen kann, das hat ihn menschlich gemacht."

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Schumi weiß, wem er zu danken hat: Jean Todt gilt als Vater des Ferrari-Erfolgs.

"Die Mission ist erfüllt"

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, der bei einem erneuten Scheitern ebenso wie sein Rennleiter Jean Todt vor einer ungewissen Zukunft gestanden hätte, fiel eine Zentnerlast von den Schultern: "Das ist ein Tag, auf den ich lang gewartet habe, der schönste in meinem Leben. Als ich die Führung von Ferrari übernahm, hatte ich mir Ziele für die Aktionäre und für die Tifosi gesetzt. Nun haben wir den Sieg für unsere wunderbaren Tifosi in der Hand. Die Mission ist erfüllt."

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Geändert am 9. Oktober 2000 15:01 von sab
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