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Annan reist nach Israel
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Diplomatische Bemühungen um Ende der Gewalt

Annan reist nach Israel

USA planen Gipfeltreffen mit Konfliktparteien im Nahen Osten

Jerusalem - Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Gewalt in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten haben sich intensiviert. Sowohl UN-Generalsekretär Kofi Annan als auch der russische Außenminister Igor Iwanow reisten am Montag in die Region. Die USA planen nach Angaben aus Regierungskreisen ein Gipfeltreffen mit den Konfliktparteien, an dem auch US-Präsident Bill Clinton teilnehmen soll.

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Seit Tagen toben blutige Straßenkämpfe in Israel.

Das Treffen werde möglicherweise in Ägypten stattfinden, hieß es. Aber auch in der Nacht kam es wieder zu blutigen Ausschreitungen. Die schwersten Unruhen wurden aus Jerusalem, Nazareth und Hebron gemeldet. In den elf Tagen seit Ausbruch der Kämpfe kamen mindestens 84 Menschen ums Leben. Annan wollte am Abend mit dem israelischen Ministerpräsident Ehud Barak zusammentreffen. Danach war in Gaza eine Unterredung mit dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat geplant, wie die Vereinten Nationen mitteilten.

In Nazareth erlag am Sonntagabend ein 42-jähriger Araber einer Schussverletzung, die er während Zusammenstößen zwischen jungen Juden und Palästinensern erlitten hatte. Sieben weitere Personen wurden bei dem Schusswechsel schwer verletzt. 40 Palästinenser mussten nach dem Einsatz von Tränengas behandelt werden, mit dem die israelische Polizei die Ausschreitungen zu beenden versuchte. Führende Palästinenser in Nazareth riefen für Montag zu einem Generalstreik und einer drei Tage dauernden Trauer auf.

Leiche eines jüdischen Siedlers gefunden

Im Westjordanland fanden israelische Soldaten am Sonntag die Leiche eines jüdischen Siedlers, der seit Samstag als vermisst galt. Der 37 Jahre alte Rabbi war Vater von sechs Kindern und 1986 aus den USA in den Nahen Osten ausgewandert. Ein Polizeisprecher sagte, der Siedler sei von Palästinensern erschossen worden. In Hebron wurden vier Palästinenser bei Gefechten mit israelischen Soldaten verwundet.

Vertreter der Palästinenser wiesen unterdessen ein israelisches Ultimatum zur Beendigung der Straßenkämpfe als beleidigend zurück. Man lasse sich von diesen Drohungen nicht einschüchtern, sagte der palästinensische Sicherheitschef Mohammed Dahlan. Barak hatte am Sonntag seine Aufforderung an Arafat wiederholt, die Angriffe von Palästinensern gegen Israelis bis Montagabend zu stoppen. Geschehe dies nicht, werde er die Friedensgespräche als vorerst beendet betrachten und den Streitkräften ein noch härteres Vorgehen als bisher befehlen.

AP - Foto: AP

Geändert am 9. Oktober 2000 10:17 von aj
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