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Signale im Gehirn erforscht
Stichwort: Nobelpreis
Stichwort: Dopamin
Chronologie: Die Medizin-Nobelpreisträger seit 1990
Rückblick: Nobelpreise haben unser Leben verändert
Hintergrund: "Krankeit der Alten" trifft immer mehr Junge
Der Alternative Nobelpreis 2000 (vom 5.10.)

Röntgenstrahlen, Penicillin und Halbleiter:

Nobelpreise haben unser Leben verändert

Aber nicht alle Entdeckungen haben ihren Glanz behalten

Stockholm - Wenn in Stockholm die diesjährigen Nobelpreise vergeben werden, werden zunächst vor allem große wissenschaftliche Leistungen geehrt. Doch schon der Stifter der nach ihm benannten Preise, Dynamit-Erfinder Alfred Nobel, hatte in seinem Testament verfügt, die Ehrung dejenigen zuzusprechen, "die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen verschafft haben". In der Tat wurden in der fast hundertjährigen Nobelpreisgeschichte zahlreiche Entdeckungen ausgezeichnet, die das tägliche Leben der Menschheit entscheidend verändert haben.

So wurde der allererste Physik-Nobelpreis im Jahr 1901 für eine Entdeckung vergeben, die bis heute in Arztpraxen und Krankenhäusern auf der ganzen Welt im Einsatz ist: die Röntgenstrahlen. Der deutsche Physikprofessor Wilhelm Conrad Röntgen hatte festgestellt, dass elektrische Entladungen in einer Vakuumröhre Strahlen hervorbringen, die durch verschiedene Stoffe gehen und einen dahinterliegenden Film belichten können. Die Röntgenstrahlen, die Fleisch, aber keine Knochen durchdringen, finden seither ihre Verwendung im Gesundheitswesen, bei Flughafenkontrollen und bei der Reparatur von Brücken und Gebäuden.

Penicillin

Eine weitere entscheidende Entdeckung in der Medizin erbrachte 1945 drei Briten den Nobelpreis. Alexander Fleming fand 1928 eine von Schimmelpilzen abgesonderte Flüssigkeit, die Bakterien abtötete, und nannte sie Penicillin. Seine Kollegen Ernst Boris Chain und Walter Florey setzten über ein Jahrzehnt später diesen Stoff zur Bekämpfung von Infektionen ein. Bereits 1959 zeichnete ein Medizin-Nobelpreis Forschungen im Bereich der Gentechnik aus: Die US-Wissenschaftler Severo Ochao und Arthur Kornberg waren auf neue Enzyme gestoßen, die Erkenntnisse über die Verschlüsselung von Erbgut ermöglichten. In ihrer Folge erhielten 1995 die drei Biologen Edward Lewis, Eric Wieschaus und Christiane Nüsslein-Vollhard den Nobelpreis für ihre Forschungen zur Bedeutung menschlicher Gene für die körperliche Entwicklung. Mit der Entdeckung des Insulins 1923, der Feststellung der menschlichen Blutgruppen 1930 und der Impfung gegen Kinderlähmung 1954 wurden weitere medizinische Fortschritte mit dem Nobelpreis bedacht.

Halbleiter

Neben den Röntgenstrahlen gab es unter den Physik-Nobelpreisen weitere Entdeckungen, die bald die ganze Menschheit erreichten. Die Physiker Guglielmo Marconi und Carl Braun erhielten 1909 den Nobelpreis für ihre Entdeckung der kabellosen Telegrafie. Ihre Entdeckung ist aus der heutigen Informationstechnologie ebensowenig wegzudenken wie die Halbleiter, für deren Erforschung 1956 die US-Bürger William Shockley, John Bardeen und Walter Brattain ausgezeichnet wurden.

Nicht unumstritten

Doch nicht alle Nobelpreise sind heute unumstritten. Jedenfalls würde heute kein Psychiater mehr den Schädel eines Patienten aufbohren, um dessen Nervenstränge zu den vorderen Gehirnlappen durchzutrennen. Für diese Entwicklung der Leukotomie erhielt der Portugiese Egas Moniz 1949 den Medizin-Nobelpreis. Diese später auch als Lobotomie bezeichnete Technik zur Linderung von Psychosen, die das Bewusstsein der Patienten stark beeinträchtigte, wurde später von Psychopharmaka abgelöst. Auch der Erfinder des Insektizids DDT, der Schweizer Chemiker Paul Müller, erhielt 1948 den Nobelpreis für Medizin, nachdem sein Mittel 1944 eine Typhus-Epidemie in Nepal eingedämmt hatte. Aufgrund der damals noch unbekannten schweren Wirkungen auf Menschen, Säugetiere und Vögel ist das Insektizid heute in den meisten Ländern verboten. Auch Schweden verbannte das Mittel rund dreißig Jahre nach der Auszeichnung seines Erfinders.

Von Pia Ohlin, AFP

Geändert am 9. Oktober 2000 10:29 von aj
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