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Arvid Carlsson im Porträt:

Pionier in Erforschung der Parkinson-Krankheit

Göteborg - Der schwedische Medizin-Nobelpreisträger Arvid Carlsson (77) gilt als Pionier im Kampf gegen die Parkinson- Krankheit. Carlsson, emeritierter Professor an der Universität Göteborg, entdeckte die Bedeutung der chemischen Hirnsubstanz Dopamin für die Kontrolle der Muskelbewegungen.

Für den 77-Jährigen ist die Verleihung des Nobelpreises die Krönung eines Lebenswerks. "Ich bin überwältigt", sagte Carlsson am Montag, wenige Minuten nach seiner Ernennung zum Nobelpreisträger. Bereits Ende der 50er Jahre wies der Schwede die Bedeutung des Dopamins als wichtigen Signalstoff im zentralen Nervensystem nach. Das Medikament "L-Dopa", durch die bahnbrechenden Forschungen Carlssons ermöglicht, ist heute der wichtigste Arzneistoff gegen die Parkinson-Krankheit. "L-Dopa" kompensiert den Dopaminmangel im Hirn und führt zu einer Normalisierung der Bewegungsabläufe.

Reihe von Folgeentdeckungen

Carlsson hat zudem eine Reihe von Folgeentdeckungen über die Rolle von Dopamin gemacht. "Wir haben ja zu weiteren Fortschritten bei der Arbeit mit Signalstoffen beigetragen, die zu wesentlich besseren Behandlungsmöglichkeiten von Schizophrenie und anderen mentalen Krankheiten führten", sagte Carlsson. Bei Schizophrenie ist Hypothesen zufolge die Dopaminmenge im Gehirn erhöht.

Der Hirnforscher, der als erster Schwede seit 18 Jahren mit einem wissenschaftlichen Nobelpreis ausgezeichnet wird, wurde am 25. Januar 1923 in Uppsala geboren. Er promovierte im Jahr 1951 zum Doktor der Medizin an der Universität Lund. 1959 wurde Carlsson als Professor für Pharmakologie an die Universität Göteborg berufen, 1989 emeritiert. In den vergangenen Jahrzehnten erhielt er bereits zahlreiche Preise. So bekam er 1979 den israelischen Wolf-Preis für Medizin und 1994 den so genannten japanischen Nobelpreis. 1991 verlieh die Universität Marburg Carlsson die Ehrendoktorwürde.

dpa

Geändert am 9. Oktober 2000 14:50 von aj
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