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Deutsche Nothilfe für kambodschanische Flutopfer

Wasser, soweit das Auge reicht

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Trocken zur Schule? Vielleicht klappt es in einem alten Autoreifen.

Phnom Penh - Erst aus der Luft erschließt sich das ganze Ausmaß der Katastrophe. Dort, wo gewöhnlich Bauern ihren Reis anbauen, wo Vieh weidet oder Straßen verlaufen, steht das Wasser, soweit das Auge reicht.

Nördlich von Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh entlang der Flussläufe des Mekong und des Tonle Sap liegen nur einzelne höhergelegene Siedlungen trocken wie Halligen auf dem hellbraunen Wasser; Baumkronen ragen auf Bojengröße reduziert heraus. Wer sich einen Eindruck der Überschwemmungen in Kambodscha verschaffen will, braucht viel Zeit. Von Gebieten nahe Vietnam im Süden bis an die Grenzen zu Thailand und Laos im Norden steht das Hochwasser in 20 der 23 kambodschanischen Provinzen; manche Region ist bereits seit drei Monaten überflutet. Das südostasiatische Land erlebt die schlimmste Flutkatastrophe in seiner Geschichte.

20 von 23 Provinzen unter Wasser

Zum Beispiel Beng Psot. Die 200 Einwohner des Dorfes auf einer Halbinsel im Mekong-Delta rund 50 Kilometer südlich von Phnom Penh überraschte das Hochwasser im August. Der Fluss und ein Nebenarm traten über die Ufer und schlossen den Ort von beiden Seiten mit Wasser ein. Die Bewohner konnten sich nur noch auf das erhöht liegende Schulgelände flüchten; links und rechts davon erstrecken sich insgesamt drei Kilometer erdiges Flusswasser. "Normalerweise sind der Mekong und sein Nebenarm hier nur halb so breit", sagt Jean-Yves Lequime vom Welternährungsprogramm der UNO (WFP).

Auf dem trockenen Flecken leben die Bewohner Beng Psots dicht gedrängt. Reisbauer Chen Yorn hat für sich und seine achtköpfige Familie eine Zeltunterkunft aus dicken Ästen und Zementsäcken zusammen geschustert. Auf Versorgung mit Nahrungsmitteln ist er von außen über Boote angewiesen. Der 56-Jährige hat durch das Hochwasser die Ernte seines zwei Hektar großen Reisfeldes verloren, nur seine beiden Kühe konnte er in Sicherheit bringen. "Auch fast mein ganzes Saatgut ist zerstört", sagt Chen Yorn. Seit Beginn der Flut vor mehr als zwei Monaten hat er von der kambodschanische Regierung einmalig 25 Kilo Reis, zehn Pakete Nudeln sowie Dosenfisch bekommen. In dieser Woche wird das Welternährungsprogramm die Versorgung von Beng Psot aufnehmen, nachdem die Regierung in Phnom Penh die internationale Gemeinschaft um Hilfe ersucht hat.

Der Monsun kam 45 Tage zu frühweiterblättern
 
Geändert am 9. Oktober 2000 15:10 von aj
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