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Fritz Walter wird 80: "Ich bin wunschlos glücklich"

"Der Held von Bern" bleibt bescheiden

Kaiserslautern - Der "Held von Bern" wird 80 Jahre alt. Fritz Walter, schon zu Lebzeiten eine Fußball-Legende, beging seinen Ehrentag am Dienstag im Rahmen eines großen Festakts im nach ihm benannten Stadion seines Heimatvereins 1. FC Kaiserslautern. Es spricht für den bescheidenen Charakter des Ehrenspielführers der deutschen Nationalmannschaft, dass er am liebsten auf jegliche Feierlichkeiten verzichtet hätte.

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Fritz Walters größter Tag: Nach dem WM-Sieg 1954 wird er zusammen mit Bundestrainer Sepp Herberger auf Schultern getragen.

"Er ist eine der größten Sportpersönlichkeiten der Bundesrepublik, die Bescheidenheit und Können miteinander verbinden konnte. Er ist ein unglaublich sympathischer Mann geblieben", erklärte Bundeskanzler Gerhard Schröder und nennt den Grund für die außergewöhnliche Popularität, die der "alte Fritz" bis heute genießt.

"Schmeling war mein Idol"

Fritz Walter selber verweist auf eine andere deutsche Sport-Ikone, um seinen guten Ruf zu erklären: "Max Schmeling war immer mein Vorbild und mein Idol. Man hat mir schon vor 20 Jahren gesagt, ich würde den selben Weg gehen wie er. Heute kann ich sagen, es ist so gekommen. Von daher bin ich wunschlos glücklich."

"Der wichtigste Spieler des Jahrhunderts"

Nicht wenige geben dem Kapitän der "unsterblichen" Weltmeisterschafts-Mannschaft von 1954 aber ein weit bedeutenderen Platz in der deutschen Geschichte. Für Franz Beckenbauer ist sein Vorgänger in der DFB-Auswahl "sicherlich der wichtigste deutsche Spieler des Jahrhunderts". Und der renommierte Historiker Joachim Fest meint sogar, man könne Fritz Walter durchaus als "mentalen Gründungsvater der Bundesrepublik Deutschland" bezeichnen.

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Fritz Walter heute: Das Fußball-Idol hat sich ins Privatleben zurückgezogen.

4. Juli 1954 bleibt unvergessen

Unvergesslich gemacht hat sich der geniale Fußballer im WM-Finale 1954, als der krasse Außenseiter Deutschland den haushohen Favoriten Ungarn in Bern bei strömendem Regen ("Fritz-Walter-Wetter") sensationell 3:2 bezwang. Nahezu jeder deutsche Zeitzeuge kann sich bis heute noch genau erinnern, wo er diesen Tag verbracht hat. "Es war eine Art Befreiung der Deutschen von all dem, was auf ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg lastete", meint Joachim Fest. "Der 4. Juli 1954 ist in gewisser Hinsicht das Gründungsdatum der Bundesrepublik."

"Der liebe Gott hat uns geholfen"

Wie fast sein gesamtes Leben hat Fritz Walter natürlich auch diesen Triumph minutiös in Erinnerung. "Alle, die das Glück hatten, in dieser Mannschaft unter dem Chef zu spielen, werden den Tag im Leben nicht vergessen. Es war der absolute Höhepunkt und die Krönung meiner Laufbahn. Wenn ich daran denke, kriege ich heute noch eine Gänsehaut. Der liebe Gott hat uns geholfen - und der Boss", sagt Walter im Rückblick auf das Jahrhundertspiel und das umjubelte Siegtor durch Helmut "Boss" Rahn.

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Geändert am 30. Oktober 2000 14:40 von sab
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