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Die erfolgreiche Endrunde mit "meinem allerbesten Länderspiel" beim 6:1 im Halbfinale gegen Österreich war der Grundstein für Walters außerordentlich Beliebtheit. Doch schon vorher hatte der 61-fache Nationalspieler (33 Tore) seinen Ruf als Kopf der legendären "Walter-Mannschaft" des 1. FC Kaiserslautern begründet, die er 1951 und 1953 zur deutscher Meisterschaft geführt hatte.

Karriere 1958 beendet

1958 nach der WM in Schweden beendete er seine internationale Karriere und ein Jahr später nach 31 Jahren im Dress der "Roten Teufel" (379 Spiele, 306 Tore) nahm der berühmteste Sohn der Stadt endgültig Abschied vom Fußball. Danach verdiente er sein Geld unter anderem als Wäscherei- und Kinobesitzer und engagierte sich für die Sepp-Herberger-Stiftung bei zahlreichen Besuchen von Haftanstalten. Auf den ihm angetragenen Job als Bundestrainer aber verzichtete er.

Es war der einzige Wunsch, dem er seinem großen "Ziehvater" Sepp Herberger abschlug. Neben dem einstigen Bundestrainer hatte vor allem seine Ehefrau Italia, die er 1948 heiratete, maßgeblichen Anteil an seiner einzigartigen Laufbahn. Beide gaben dem "Sensibelchen", der sich vor jedem Spiel vor Aufregung übergeben musste, immer wieder Selbstvertrauen. "Ich hatte ein erfülltes Leben, aber ohne meine Frau Italia hätte ich das alles nicht geschafft. Ihr habe ich alles zu verdanken", sagt Walter.

Angebot von Atletico Madrid abgelehnt

Obwohl die Pfälzer anfangs äußerst misstrauisch auf die Italienerin blickten, war gerade sie es, die ihn darin bestärkte, immer seinem Heimatverein die Treue zu halten. So schlug er 1951 ein Angebot von Atletico Madrid über die damals horrende Summe von rund 500.000 Mark aus. "Aber ich habe es nie bereut. Ich bin immer beim FCK geblieben, das soll mir heute mal einer nachmachen."

Die Entwicklung bei seinem Klub beobachtet der im nur zehn Kilometer entfernten Alsenborn lebende Walter bis heute mit viel Herzblut. Auf Besuche des Betzenbergs verzichtet er aber. "Den FCK halten meine Nerven nicht aus", sagt das Ehrenmitglied, das sich für die Begegnungen ein ganz eigenes Ritual angewöhnt hat: "Ich spaziere im Wald oder lege mich ins Bett, damit ich mich nicht unnötig verrückt mache. Aber wenn wir gewinnen, spurte ich zum Kühlschrank, wo die Flasche Sekt schon kalt gestellt ist."

Von Martin Volkmar, sid - Fotos: dpa

Geändert am 30. Oktober 2000 14:40 von sab
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