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Hertha BSC jetzt Bundesliga-Spitze
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1:0 bei 1860 München - Berliner Höhenflug hält an

Sverisson köpft Hertha an die Spitze

München - Mit dem ersten Sieg beim TSV 1860 München seit 20 Jahren hat Hertha BSC die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga erobert. Durch ein Kopfballtor des Isländers Eyjölfur Sverrisson in der Nachspielzeit gelang den harmlosen Berlinern am Sonntagabend ein äußerst schmeichelhaftes 1:0 (0:0) gegen die "Löwen", die ihre vierte Niederlage in Folge kassierten.

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Jubel bei der Hertha: Dank Sverissons Treffer erklimmen die Hauptstädter die Tabellenspitze.

Durch den Erfolg löste die Hertha mit 21 Punkten den FC Bayern München (19) an der Spitze ab. 27.600 Zuschauer im Olympiastadion konnten sich an der auf äußerst schwachem Niveau stehenden Partie nicht erwärmen, in der die "Löwen" die bessere Mannschaft waren. Die größte Möglichkeit zum Sieg für die Münchner hatte Thomas Häßler in der 85. Minute vergeben.

Lorant nahm´s gelassen

"Wir haben heute das nötige Quäntchen Glück gehabt", räumte Herthas Mittelfeldspieler Stefan Beinlich ein, der mit einem Freistoß die Vorlage zum Siegtor gab. "Ob unser Sieg verdient ist, darüber lässt sich streiten. Wir wären mit einem Punkt zufrieden gewesen", gestand Michael Preetz, der in 90 Minuten nicht einmal auf das Tor der Sechziger geschossen hatte. 1860-Trainer Werner Lorant trug die unglückliche Niederlage mit Fassung: "Wir waren klar die bessere Mannschaft. Aber wer kein Tor macht, braucht sich nicht zu wundern."

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Applaus: Der Sieg freut auch
Hertha-Trainer Jürgen Röber.

Keine Kreativität

Für eine Mannschaft mit Titelambitionen boten die Berliner eine geradezu jämmerliche Vorstellung. Ohne den etatmäßigen Regisseur Dariusz Wosz fehlte der Hertha die nötige Kreativität, um die in den letzten drei Spielen mit zehn Gegentoren bedachte "Löwen"- Hintermannschaft in Verlegenheit zu bringen. Obwohl Abwehrchef Marco Kurz bereits in der 5. Minute wegen einer erneut aufgebrochenen Oberschenkelverletzung durch Uwe Ehlers ersetzt werden musste, präsentierte sich die Defensive der Sechziger sicherer als zuletzt.

Viel Laufarbeit, wenig Effizienz

Im Aufbau agierten die Hausherren allerdings ebenso konzeptlos wie ihr Gegner. Trotz großen läuferischen Engagements von Häßler noch Erik Mykland fehlten im Mittelfeld der Münchner, die zunächst nur bei Standardsituationen gefährlich wurden, die Impulse. Nach einer Ecke von Häßler rettete Gabor Kiraly (21.) mit mutigem Einsatz gegen Paul Agostino, dann stand der Hertha-Keeper einem Häßler-Freistoß (35.) im Wege.

Auch die zweite Halbzeit war wenig ansehnlich

Wenig ansehnlich liefen auch die zweiten 45 Minuten ab, in denen die Münchner das druckvollere und torgefährlichere Team waren. Nach einem Zusammenprall mit Max bewahrte Kiraly (58.) seine Mannschaft vor dem Rückstand, als er den in Richtung Torlinie trudelnden Ball im letzten Moment ins Feld zurückschlagen konnte. Hertha-Trainer Jürgen Röber musste bis zur 78. Minute warten, ehe seine Mannschaft durch einen Freistoß des Spezialisten Stefan Beinlich zu ihrer nächsten Gelegenheit kam, die der gut reagierende Jentzsch vereitelte.

Von Gerd Münster, dpa - Fotos: dpa

Geändert am 30. Oktober 2000 09:59 von sab
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