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Steffi Graf: Schmerzen selbst beim joggen und Rad fahren

Hoher Preis für glanzvolle Karriere

London - Steffi Graf (31), 22-malige Grand-Slam-Gewinnerin im Tennis, zahlt einen hohen Preis für ihre Karriere als Ausnahmespielerin. In einem Interview spricht die siebenmalige Wimbledongewinnerin erstmals über ihre körperlichen Schmerzen. "Ich finde es sehr schwierig und deprimierend, nicht in der Lage zu sein, Sport zu treiben. Ich kann nicht mal mehr einen Golfball schlagen", sagt Steffi Graf, die nur noch unter Schmerzen joggen und Rad fahren kann. Wegen ihres lädierten Knies entfalle jede Art von Drehbewegung und Gewichtsbelastung der Beine.

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Ohne Sehnsucht denkt die Lebensgefährtin von Andre Agassi an den Tenniszirkus zurück: "Es kommt mir seltsam vor, aber ich vermisse überhaupt nichts." Die Umstellung sei extrem einfach gewesen, denn "ich hatte sehr viel Glück. Ich habe meinen Sport glücklich und erfüllt verlassen. Zwei Jahre nach der Knieoperation gewann ich Paris und kam ins Wimbledon-Finale. Als es nichts mehr gab, was ich noch zu erreichen hatte und ich alles geschafft hatte, verließ mich meine Motivation", gesteht Steffi Graf in dem Gespräch mit der Londoner Zeitung. Zurückgeblickt habe sie nie.

Keine Selbstzweifel mehr

Mit dem Ende ihrer sportlichen Laufbahn haben die oft nachdenkliche Brühlerin auch die quälenden Selbstzweifel verlassen. Erst jetzt habe sie gemerkt, "dass man beim Spielen auf hohem Niveau in ständigem emotionalen Aufruhr" sei. Nun müsse sie sich keine Fragen mehr über sich selbst stellen, führt die 31-Jährige aus.

Keine Tipps an Andre Agassi

Die ehemalige Weltranglisten-Erste holt nun nach, worauf sie wegen des jahrelangen Leistungssports verzichten musste. "Ich war kürzlich zehn Tage in Peru und habe eine fünfstündige Klettertour zu den Inka- Ruinen von Machu Picchu unternommen. Das hätte ich nie tun können, als ich noch auf dem Circuit war", sagt Steffi Graf. Ihrem amerikanischen Lebensgefährten gibt die erfahrene Sportlerin eher selten Tipps. Sie wisse zwar, was er auf dem Platz empfinde, aber "manchmal macht es das sogar noch schwieriger". Die Detaildiskussionen über seine Spiele überlasse sie lieber dem Coach von Andre Agassi.

dpa - Foto: dpa

Geändert am 19. Dezember 2000 17:19 von sab
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