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Geteiltes Echo auf Daum-Geständnis
Christoph Daum in eigener Sache: Verbaler Zick-Zack-Kurs

Deutschland nach Daums Kokain-Geständnis gespalten

Geteiltes Echo in der Trainer-Gilde

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Geteiltes Echo auf Daums Buß-Auftritt

Christoph Daums Kokain-Geständnis spaltet Fußball-Deutschland. Am Wochenende nach der Beichte des einst als Bundestrainer vorgesehenen Fußball-Lehrers reichten die Reaktionen von Erleichterung über Aufmunterung und Zuspruch bis hin zu Ablehnung und Zweifeln an Daums Aufrichtigkeit.

Vor allem aus dem Ausland sollen sogar schon Angebote für den Ex-Cheftrainer von Vizemeister Bayer Leverkusen vorliegen, der nach eigenen Angaben noch für dieses Jahr die Rückkehr in seinen Beruf plant und weiterhin vom Amt des Bundestrainers träumt. Die Gefahr eines möglichen Entzuges seiner Trainer-Lizenz durch den Deutschen Fußball-Bundes (DFB) muss Daum nach Aussagen des DFB-Kontrollausschussvorsitzenden Horst Hilpert nur theoretisch fürchten.

"MV" schließt Einstieg im DFB nicht aus

Der kommissarische DFB-Boss Gerhard Mayer-Vorfelder schloss beim Endturnier um den DFB-Hallenpokal in Dortmund einen Einstieg des 47-Jährigen beim Verband erneut nicht aus: "Mit einer Pressekonferenz ist sicher nicht alles erledigt. Aber man sollte auch nicht päpstlicher als der Papst sein."

In der Bild am Sonntag hatte "MV" erklärt: "Im Moment ist dies reine Spekulation. Wenn Daum zu dem steht, was wirklich war, hat er eine zweite Chance verdient. Über einen Verein kann er wieder den Einstieg finden. Wenn jemand selbst abhängig war und sich davon befreit, ist er doch der beste Zeuge für 'Keine Macht den Drogen'." Auch Michael Skibbe, Assistent von DFB-Teamchef Rudi Völler, konnte sich Daum in einem Express-Interview "irgendwann einmal sehr gut als Bundestrainer vorstellen".

Voraussichtlich kein Verfahren gegen Daum

Nach seiner Rückkehr aus den USA erwartet Daum voraussichtlich kein Verfahren durch den DFB wegen Drogenkonsums. "Tatsache ist, dass der Kontrollausschuss schon vor Monaten überlegt hat, ob er tätig wird. Im Moment gibt es aber keinen Anhaltspunkt, ein Verfahren einzuleiten", sagte Hilpert: "Nur wenn man nachweisen kann, dass Daum während eines Spiels oder im Training gedopt war, könnte man handeln. Daums Erklärung hat keinen neuen Sachverhalt ergeben."

Hilpert relativierte damit auch eine Vorabveröffentlichung eines Interviews mit dem Nachrichtenmagazin Focus, in dem von der "ganzen Bandbreite des Strafenkatalogs von einer hohen Geldstrafe bis hin zum Entzug der Trainerlizenz", der allerdings einem Arbeitsverbot gleichkäme, die Rede war. Hilpert: "Das ist schärfer wiedergegeben worden, als ich es gesagt habe."

Wer glaubt denn allen Ernstes..."

In der deutschen Trainer-Gilde stieß Daums Auftritt in Köln auf ein geteiltes Echo. Ex-Meistertrainer Udo Lattek, zu Daums Zeiten beim 1. FC Köln Sportdirektor der Rheinländer, "hofft und will nur, dass Christoph schon bald wieder arbeiten kann". Mit gemischten Gefühlen reagierte ebenfalls in der BamS Jürgen Röber von Bundesligist Hertha BSC Berlin: "Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Aber man sollte jetzt nicht so tun, als sei Drogenkonsum ein Kavliersdelikt." Jörg Berger, zurzeit beim türkischen Erstligisten Bursaspor, plädiert für einen Schlussstrich: "Er ist gestraft genug. Das alles hat ihm persönlich mehr geschadet als dem deutschen Fußball."

Schärfer fiel das Urteil von Uwe Erkenbrecher vom Zweitligisten SpVgg. Greuther Fürth aus: "Daum ist unglaubwürdig. Er kann sich doch nicht mal eben für Kokain-Konsum entschuldigen und im nächsten Atemzug um einen neuen Job in Deutschland buhlen. Wer glaubt denn allen Ernstes, dass er Kokain wegen eines Hüftleidens genommen hat?" Eduard Geyer von Bundesligist Energie Cottbus geht noch weiter. "Er wird für immer als Lügner gebrandmarkt sein", meinte der frühere DDR-Auswahltrainer in der Welt am Sonntag.

Experten: von "unglaubwürdig" bis "ein bisschen dreist" weiterblättern
 
Geändert am 14. Januar 2001 18:23 von to
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