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Eisschnelllauf-EM in Baselga: Achter Titel vor Pechstein"Gunda Gierig" stillt Rekorddurst
Baselga di Pine - "Gunda Gierig" stillte bei der Eisschnelllauf-Europameisterschaft der Allrounder im italienischen Baselga di Pine ihren Rekordhunger. Nach ihrem insgesamt achten EM-Titelgewinn seit 1989 standen Gunda Niemann-Stirnemann Tränen der Freude in den Augen. "Ich bin überglücklich, dass ich gewonnen habe. Nach dem schwachen Auftakt hatte ich damit nicht mehr gerechnet", sagte die dreimalige Olympiasiegerin aus Erfurt gerührt. Dank inoffizieller Freiluft-Weltrekorde über 5.000 Meter (7:05, 67 Minuten) und 3.000 Meter (4:08,54) entschied die 34-Jährige bei den 26. kontinentalen Vierkampf-Titelkämpfen das Duell mit der Berliner Allround-Weltmeisterin Claudia Pechstein am Ende noch überraschend deutlich für sich. Den umgerechnet 6,1 Sekunden betragenden Vorsprung ihrer Kontrahentin pulverisierte Niemann im abschließenden 5.000-m-Lauf geradezu, indem sie sich nach 3.000 m absetzte und bis ins Ziel sensationelle 15 Sekunden Vorsprung herauslief. Als Gesamtfünfte rundete Daniela Anschütz (Erfurt) das hervorragende Resultat der deutschen Damen ab, die das insgesamt zehnte EM-Gold seit Beginn der Ära Niemann (1989-1992, 1994-1996, 2000) absahnten. 1998 gewann Claudia Pechstein, 2000 Anni Friesinger. Pechstein: "stolz darauf, die Zweite in Europa zu sein"Claudia Pechstein, die im Ziel entkräftet zusammenbrach, erzielte in 7:20,66 Minuten immerhin noch die zweitbeste 5. 000-m-Zeit in Baselga di Pine und erkannte die Ausnahmestellung der Jahrhundert-Eisschnellläuferin neidlos an. "Wenn man nur gegen Gunda verliert, kann man nicht enttäuscht sein. Ich bin stolz darauf, die Zweite in Europa zu sein", meinte die 28 Jahre alte Olympiasiegerin von 1994, die den Blick gleich wieder nach vorne richtete: "Es gibt ja auch noch die WM in Budapest." In Ungarns Hauptstadt tritt Pechstein vom 9. bis 11. Februar als Titelverteidigerin an. Die entthronte Europameisterin Anni Friesinger konnte die Entscheidung nur am Fernseher verfolgen, weil sie bei ihrem Sturz am Freitag eine leichte Gehirnerschütterung und Knieprellungen erlitten hatte. Ihr Start am kommenden Wochenende bei der Sprint-WM auf ihrer Heimatbahn in Inzell scheint jedoch möglich. "Mir brummt der Schädel noch ein bisschen, aber es sieht schlimmer aus als es ist", meinte die 24-Jährige. 3000m: "Wunder-Gunda" mit sieben Sekunden VorsprungGunda Niemann hielt ihre Chance auf den nach dem enttäuschenden Start (15. über 500 m in 41,68 Sekunden/3. über 1. 500 m in 2:01,40 Minuten) schon nicht mehr für möglich gehaltenen Gesamtsieg durch eine überragende Vorstellung über 3.000 m offen, als sie mehr als sieben Sekunden schneller als die zweitplatzierte Niederländerin Renate Groenewold (4:15,80) war und Claudia Pechstein (4:16,44) fast acht Sekunden abnahm. "Wichtig war, dass ich zu diesem Zeitpunkt wusste, dass ich kämpfen kann", sagte "Wunder-Gunda". Der Rekordhunger der 34-Jährigen scheint auch nach dem neuen Kapitel ihrer schier unendlichen Erfolgsgeschichte ungebrochen. "Bis heute freue ich mich unbändig über jeden einzelnen Sieg, jeden Titel und jeden gewonnenen Wettkampf", sagt die Thüringerin, die Anfang Februar in Heerenveen ihren insgesamt 100. Weltcupsieg feiern kann. Deutsche Herren laufen hinterherDerweil liefen die deutschen Herren einmal mehr hinterher. Einziger Lichtblick war Debütant Jan Friesinger (Inzell). Der jüngere Bruder von Anni Friesinger wurde über 1.500 m in 1:52,99 Zehnter vor dem deutschen Meister Christian Breuer (1:53,10). Der Grefrather fand keine Erklärung für sein Formtief. "Es ist der Wurm drin. Ich weiß nicht, woran es liegt", sagte Breuer, der in der Gesamtwertung wie Friesinger weit von einem Platz unter den ersten Sechs entfernt blieb. Überhaupt nicht in Tritt kam Langstrecken-Ass Frank Dittrich. Der sensible Chemnitzer hatte Materialprobleme und musste bis zum abschließenden 10.000-m-Rennen um die Qualifikation für die WM in Budapest bangen. Nach Anni Friesinger stürzte am Samstag auch der Favorit bei den Herren. Im 1.500-m-Lauf schied der nach zwei Strecken führende Niederländer Mark Tuitert nach einem Sturz in der Kurve verletzt aus. Sein Landsmann Ids Postma kämpfte mit dem Russen Dimitri Schepel um den Gesamtsieg. Christiana Mansfeld, dpa
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| Geändert am 14. Januar 2001 20:04 von to | |||||||