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Exoten aus dem Eis: Grönland bei Handball-WMBesancon/Frankreich - Der Polarkreis-Meister gibt sein Weltmeisterschafts-Debüt. Im Eröffnungsspiel der deutschen Vorrundengruppe C stehen die Handballer aus Grönland am Dienstag in Besancon gegen Kroatien erstmals im internationalen Rampenlicht. Als Nachrücker für Kuba, das aus politischen und finanziellen Gründen seine Teilnahme absagte, ist das Team aus dem ewigen Eis der Exot, der aus der Kälte kommt. "Wir kommen durch die Hintertür nach Frankreich, aber wir sind jetzt stolz darauf, dabei zu sein", sagt Torhüter Ulrich Winther Hansen. Der 29-Jährige, der bei Heimdal Trondheim in Norwegen spielt, ist einer von nur drei Halbprofis in der Mannschaft. Alle anderen sind reine Amateure und arbeiten als Kellner, Fischer, Lehrer oder sind Studenten. Schon deswegen gehen sie das bis 4. Februar andauernde Turnier illusionslos an und rechnen mit der Abreise nach den Gruppenspielen am 29. Januar. "Unsere Gruppe mit Kroatien, Spanien, Deutschland, Korea und den USA ist eine richtig schwere. Aber unser Anspruch ist es, die USA zu schlagen. Und wir rechnen uns Chancen gegen Korea aus", urteilte Hansen. Die USA sind der erklärte Lieblingsgegner. In den 27 offiziellen Länderspielen seit der Aufnahme in die Internationale Handball- Federation (IHF) im September 1998 gab es sechs Siege. Und einer davon gelang gegen die USA. Zuletzt trennten sich die Grönländer in einem Testspiel in Frankreich mit 24:24 von Saudi Arabien. 3,5 Prozent aller Grönländer spielen HandballGrönland, politisch zu Dänemark und territorial zu Nordamerika gehörend, ist handballverrückt. Auf der mit 2,2 Millionen Quadratkilometer größten Insel der Welt, auf der vier Fünftel der Fläche mit bis zu 3.200 m hohem Inlandeis bedeckt sind, spielen von 56.000 Einwohnern 1.872 Handball. Das sind 3,5 Prozent aller Grönländer. Weltweit gesehen ist nur in Island (4 Prozent) die Rate höher. Organisiert sind die Spieler in 21 Vereinen. Eine Ligaspiele sind aber auf Grund der klimatischen Verhältnisse und der riesigen Entfernungen nicht möglich. So werden in Qualifikationsspielen regionale Gebietsmeister ermittelt, die dann einmal im Jahr bei einem Turnier Grönlands Titelträger ausspielen. "Professionelle Vorbereitung"Ausgestattet mit einem Budget von knapp 250.000 Mark pro Jahr bestreitet Grönlands Männer-Auswahl seine Länderspiele und Trainingslager. Seit dem 27. November vorigen Jahres hat sich die Kasse beträchtlich geleert. Denn nachdem auf dem IHF-Kongress in Estoril (Portugal) Grönland als Fünfter des panamerikanischen WM- Qualifikations-Turniers offiziell zum Nachrücker für Kuba ernannt wurde, brach beim Landesverband Hektik aus. Seit März 2000 hatte sich die Auswahl nicht mehr getroffen. Rasch wurden Trainingslager in Dänemark und Frankreich sowie Testspielgegner organisiert. Nicht weniger als drei Trainingseinheiten am Tag standen seither auf dem Programm. "Unsere Vorbereitung ist jetzt so professionell wie bei jedem anderen Team", meinte Bo Roy. Von Martin Kloth, dpa
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| Geändert am 22. Januar 2001 15:54 von sab | ||||