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"James Bond"-Regisseur versucht sich in Schnee-ActionIm Himalaya ist echt was los
Es beginnt spannend und dramatisch: Drei Menschen klettern an einem glattwandigen Tafelberg im amerikanischen Bundesstaat Utah. Es sind Vater, Sohn und Tochter, alles erfahrene, selbstsichere Bergsteiger. Doch dann zerstört das Missgeschick einer anderen Gruppe die fröhliche Stimmung des familiären Trios. Denn nun stehen Royce Garrett und Peter und Annie vor einer furchtbaren Entscheidung: Entweder sterben alle, oder einer opfert sich, damit zwei überleben können. Royce will sein Leben geben, um das seiner erwachsenen Kinder zu retten. Als Peter das Seil durchschneiden will, weil der Vater darauf drängt, protestiert Annie leidenschaftlich. Furioser Auftakt"Vertical Limit", inszeniert vom erfolgreichen "James Bond"-Regisseur Martin Campbell, hat einen furiosen, mitreißenden Auftakt. Aber leider sind ein paar mit Action und Tragödie prallvolle Minuten noch nicht abendfüllend. Und so sehen wir nicht nur, wer sich von den Geschwistern durchsetzt, sondern nach Zeitsprung auch noch eine lange Handlung im Himalaya, in der wiederum Peter und Annie ganz wichtige Rollen spielen. Allerdings verläuft das Wiedersehen der beiden nach Jahren der Trennung nicht sonderlich innig. Peter ist Fotograf, Annie gehört zur Elite der Hochgebirgskletterer.
Die Geschwister werden in das turbulente, schließlich auch tragische Geschehen um die Expedition des texanischen Milliardärs Elliot Vaughn verwickelt. Der will seinen Fuß auf den berühmten K2 setzen, der als gefährlichster Berg der Welt gilt. Das Unternehmen ist spektakulär und zieht allerhand Abenteurer sowie einen verschrobenen Einzelgänger, der noch immer nach der Leiche seiner abgestürzten Frau sucht. Vaughn lässt sich auch nicht von einem plötzlichen Wetterumschlag von seinen Plänen abbringen, eine Katastrophe ist die absehbare Folge. Nun kommt Peters Stunde, denn er will um jeden Preis das Leben seiner Schwester retten. Überdosis Action
Der Film "Vertical Limit" zeichnet sich nicht gerade durch übergroße Originalität ab. Vielmehr gilt das Bemühen des Regisseurs einzig dem Ziel, die Akteure wie die Kinozuschauer keine Sekunde zur Besinnung kommen zu lassen. Aber die Überdosis Action und all die Massen Studioschnee lassen dann doch die Aufmerksamkeit ermüden, zumal die handelnden Figuren nicht sonderlich interessant gezeichnet sind. Peter wird von dem propperen Chris O'Donnell gespielt, Annie von der resoluten Robin Tunney. Bill Paxton gibt aufreizend unsympathisch den Milliardär. Es ist also nicht Hollywoods beste Riege, die da am Berg herumturnt. Aber das spricht weniger gegen den Film als sein penetrantes Bemühen um Action, seine Gleichgültigkeit gegenüber den Charakteren. "Vertical Limit" ist Unterhaltungsware für zwei belanglose Multiplex-Stunden. Nur die ersten Minuten davon lohnen den Besuch. Ob das den Eintrittspreis wert ist, muss jeder Kinogänger vor der Kasse selbst entscheiden. Wolfgang Hübner, AP |
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| Geändert am 24. Januar 2001 16:57 von mwege | |||||||