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Martina Ertl: Erstes Training nach KnieverletzungGemütlich den Berg hinunterSt. Anton - Der Rückstand war beträchtlich, doch Martina Ertl ging mit einem Lächeln aus dem Zielstadion. "Ich bin froh, dass ich überhaupt dabei bin", sagte die 27-jährige Lenggrieserin nach dem ersten Abfahrtstraining der Damen bei der alpinen Ski-WM in St. Anton (Österreich). Zwar kam sie mit 4,74 Sekunden Rückstand nur als 39. ins Ziel, dennoch blieb sie gelassen: "Ich wollte nach dieser langen Pause nichts riskieren und bin nur gemütlich runtergefahren."
31 Tage nach ihrem schweren Sturz am Semmering (Innenband-Teilriss und Schienbeinkopfstauchung im rechten Knie) kehrte Martina Ertl auf die Piste zurück. Am Montagabend, als Hilde Gerg im Sporthotel gerade ihre Bronzemedaille im Super-G feierte, kam sie zusammen mit Techniktrainer Franz Gamper aus dem Südtiroler Ultental nach St. Anton. Schon in der Kombination am Freitag will sie erstmals um Medaillen mitfahren. "Ich erwarte nix"Zwar war sie 1998 in Nagano Olympiazweite in der Kombination hinter Katja Seizinger und vor Hilde Gerg, diesmal aber ist das Wort Medaille tabu. "Ich erwarte gar nix von mir", behauptet Ertl: "Egal wie es ausgeht: Ich werde jedesmal mit einem Grinsen aus dem Ziel gehen." Nur wenn sie im Abfahrtstraining nicht näher an die Spitze herankomme, werde sie den Kombistart noch einmal überdenken. Den Kampf gegen das Knie hat Ertl schon gewonnen, alles weitere ist Zugabe. "Ich setze mich nicht mehr unter Druck, dazu sind auch vier Wochen Pause zu lang. Ich will hier einfach nur Spaß haben." Für den Slalom (7. Februar) und den Riesenslalom (9. Februar) allerdings rechnet sich Ertl durchaus Chancen aus. "Im Training hat es im Slalom schon sehr gut geklappt, mit den größeren Schwüngen habe ich noch mehr Probleme." Aus Fehlern der Vergangenheit gelerntAlles eine Frage der Geduld. Es scheint, als habe Ertl aus der Vergangenheit gelernt. Bei der WM 1997 in Sestriere startete sie nach einer Knieverletzung zu früh, prompt enttäuschte sie als 16. im Super-G. Zudem gab es Ärger im Team, weil sie Regina Häusl den vierten Startplatz wegnahm. Dieses Mal siegte die Vernunft. Ertl verzichtete auf den Super-G am Montag und bereitete sich stattdessen in aller Ruhe auf die zweite WM-Woche vor. Trotzdem wollte sie keine Parallele zu 1997 ziehen: "Das kann man nicht vergleichen. Damals hatte ich nach der Verletzung nur zehn Tage Zeit." Dass Hilde Gerg Bronze im Super-G gewann, bekam Ertl fast nicht mit. "Ich habe es während des Trainings im Ultental nur aus dem Lautsprecher der Liftanlage gehört." Trotzdem fand auch Ertl die Leistung der Kollegin ziemlich gut: "Es ist super, wie sich die Hilde nach so einer Verletzung durchgebissen hat. Diese Medaille hat der ganzen Mannschaft sehr gut getan." Fehlt nur noch, dass auch sie selbst eine gewinnt. Von Markus Seyrer, sid - Foto: dpa
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| Geändert am 30. Januar 2001 14:33 von sab | |||||||||||