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Vor der Rad-Saison: Armstrong sauer, Ullrich lockerNicht nur Telekom hat aufgerüstetLance Armstrong ist sauer. "Fahnenflucht" nannte der Toursieger den Wechsel seines bisherigen Edeldomestiken Kevin Livingston zum schärfsten Konkurrenten Telekom. Jan Ullrich kontert fröhlich: "Das ist das Beste, was mir passieren konnte." Livingston versteht die Aufregung nicht: "Ich bin doch Profi, so ein Wechsel ist doch normal." Da hat der 27-Jährige Texaner Recht.
Selten zuvor hat sich das Personal-Karussell im Straßenradsport so gedreht wie vor der Saison 2001, die am Sonntag auch in Europa beginnt. Erik Zabel führt bei der Trofeo Mallorca die Telekom-Truppe derer an, die schon im Frühjahr für Schlagzeilen sorgen sollen. das zur antritt. Der Countdown hat begonnen. Für den 24. März, wenn Mailand-San Remo ansteht, der erste Klassiker. Ullrich düst noch in dieser Woche wieder zum Training nach Südafrika und greift erst am 25. Februar in Spanien ins Renngeschehen ein. Streit um Roberto HerasMit neu gemischten Karten gehen nahezu alle Spitzenteams in die neue Saison. Für neue Farben fahren Weltmeister Romans Vainsteins (Lettland/Domo), Giro-Sieger Stefano Garzelli (Italien/Mapei) oder Vuelta-Gewinner Roberto Heras (Spanien/US Postal), dessen altes Kelme-Team allerdings noch die Freigabe verweigert. Die Amerikaner wollen die Ablösesumme von zwei Millionen Mark nicht auf einen Schlag bezahlen. Mapei hat Klassiker-Spezialisten im TeamTelekom-Teamchef Walter Godefroot rechnet aber nicht damit, dass der Wechsel platzt: "US Postal hat die Lücke Livingston dann optimal kompensiert. Die Mannschaft wird ähnlich stark sein wie im Vorjahr." Im Frühjahr hat Telekom neue Konkurrenz bekommen. Für Godefroot droht seiner Truppe um Weltcupsieger Erik Zabel zwar weiter durch Mapei die größte Gefahr: "Die Italiener haben mit Michele Bartoli, Daniele Nardello und dem Belgier Tom Steels eine Vielzahl von Klassiker-Spezialisten." Aber aus dem Duell könnte ein Dreikampf werden.
Lob für Coast-TeamDie Konkurrenz im eigenen Land durch das Team Coast wird sich dagegen in Grenzen halten. Am Donnerstag präsentiert der Essener Mode-Millionär Günther Dahms in der Hauptstadt Berlin seine Truppe um den zweimaligen Vuelta-Sieger Alex Zülle (Schweiz) und den Spanier Fernando Escartin (Tour-Dritter 1999). Godefroot: "Das ist eine gute Mannschaft mit guten Fahrern. Zülle ist ein absoluter Topmann. Gerade bei Rundfahrten ist mit Coast zu rechnen." Fragezeichen hinter Marco PantaniOb auch wieder mit Marco Pantani, Doppel-Sieger in Giro und Tour von 1998, muss sich zeigen. Dem Italiener droht ein neuer Dopingprozess, dazu musste er bei Mercatone Uno den Verlust seines Helfers Stefano Garzelli in Kauf nehmen. Der Giro-Sieger 2000 soll für Mapei endlich auch Siege in großen Rundfahrten einfahren, nachdem man als Nummer eins der Team-Weltrangliste (vor Telekom) bisher nur bei den Klassikern glänzte. Seinen Einstand als sportlicher Leiter gibt auch der ehemalige Telekom-Profi Bjarne Riis. Der Tour-Sieger von 1996 leitet in dieser Saison die Geschicke von CSC World Online, in der vergangenen Saison noch als Memorycard bekannt. Besondere Erwartungen setzt der Däne auf den früheren Weltranglisten-Ersten und Exweltmeister Laurent Jalabert aus Frankreich. Und wie Coast-Chef Wolfram Lindner hofft er doch noch auf die Zulassung zur Tour de France. Von Stefan Tabeling, sid - Fotos: AP, dpa
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| Geändert am 30. Januar 2001 15:52 von sab | ||||||||||||