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Messer-Attacke gegen AchtjährigenMann stach Jungen in Kassel vor Spielkameraden nieder
Kassel - Große Blutflecken auf dem gepflasterten Weg zum Spielplatz zeugten am Dienstag in Kassel von der brutalen Messerattacke auf einen Achtjährigen. Vor den Augen zweier Spielkameraden und im Blickfeld etlicher Wohnungen war der Junge am Vortag mit 20 Messerstichen niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. Unvermittelt und ohne erkennbaren Grund soll sich ein 49 Jahre alter Italiener auf das Kind gestürzt haben. Der Gesundheitszustand des Jungen hatte sich am Tag danach stabilisiert. Mittlerweile hat der Mann die Tat gestanden. Wie jeden Tag liefen am Dienstag Schüler von einer nahen Schule über den Weg am Spielplatz nach Hause, Eltern spielten dort mit ihren Kindern. Der Spielplatz liegt zwischen einer Sporthalle und mehrgeschossigen Häusern, viele Mieter blicken von Balkonen und Fenstern direkt auf den Tatort. "Ich bin fassungslos", sagte Sozialarbeiterin Heike Hillmann, die eine Krabbelgruppe betreut. Dreck, herumhängende Jugendliche und mal eine herumliegende Spritze habe es auf dem Spielplatz gegeben, aber keine Gewalt. Täter kam zurück zum TatortDer bislang nicht vorbestrafte mutmaßliche Täter hatte sich laut Polizei am Spielplatz zunächst ruhig auf eine Treppe gesetzt. Augenzeugen hätten dann plötzlich ein Gerangel gesehen und das verletzte Kind gefunden. Per Taxi und mit blutverschmierten Händen fuhr der Mann zunächst weg, kam später aber wieder in die Nähe des Tatortes, wo er festgenommen wurde. Täter und Opfer sind nicht verwandt. Die unter Schock stehenden gleichaltrigen Spielkameraden des Jungen wurden psychologisch betreut. "Wir hätten etwas hören müssen""Wir hätten etwas hören müssen", sagte ein Mieterpaar, das das Mietshaus neben dem Spielplatz verlässt. "Der Junge hätte doch schreien müssen". Wie viele Anlieger erfuhren sie von dem Verbrechen erst aus der Zeitung. "Wir sollen hier das Blut wegmachen", sagt Stadtwerker Mario Schellberg, der mit einigen Kollegen vor dem Spielplatz steht. Am Vortag hatte er noch bis 15.00 Uhr Büsche beschnitten, dann war die Kolonne abgerückt. "Leider". Denn nur eine Viertelstunde später geschah das Verbrechen. "Mein eigener Junge ist vor fünf Jahren niedergestochen worden", sagt der Arbeiter. Der fünf Zentimeter tiefe Stich sei verheilt. Die seelischen Folgen aber hätten dem damals Neunjährigen lange zu Schaffen gemacht. dpa
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| Geändert am 30. Januar 2001 16:27 von aj | |||||||