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Trotz WM-Aus: Brand will bleiben
Fünf Sekunden fehlten: Dramatisches Spiel gegen Frankreich
Brand setzt auf von Behren - Rastalocken und wacher Blick

Handball-WM: Medaille verpasst - Brand will bleiben

Tränen auf dem Parkett

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Als hätte er´s geahnt: Mit ernstem Blick schaut Heiner Brand auf Jackson Richardson, der fünf Sekunden vor dem Ende den Franzosen die Verlängerung sicherte - und letztlich den Traum von einer Medaille zerstörte.

Albertville - Dem erneut vermeidbaren Fehlgriff nach der Weltmeisterschafts-Medaille folgte das Zukunft weisende Zeichen: Wenige Stunden nach der bitteren Viertelfinal-Niederlage gegen Gastgeber Frankreich avisierte Handball-Bundestrainer Heiner Brand, seinen Vertrag über das Jahr 2002 hinaus zu verlängern.

"Die Bundesliga will eine starke Nationalmannschaft und wir wollen Probleme gemeinsam lösen. Ich denke, das ist die Grundvoraussetzung. Wir haben ein gutes Vorgespräch geführt. Von daher spricht nichts dagegen. 2004 könnte eine mögliche Zielsetzung sein. Das ist auf jeden Fall ein Thema in nächster Zeit", sagte der 48-jährige in Albertville nach dem unglücklichen 23:26 nach Verlängerung.

Mit der für das kommende Jahr geplanten Gründung eines Liga- Verbandes, der unter dem Dach des Deutschen Handball-Bundes (DHB) eigenständig Spielbetrieb und Vermarktung der Eliteklasse übernehmen soll, steht dem DHB ein Strukturwandel bevor. Dazu gehört auch ein sportlicher Koordinator, der dem Bundestrainer die Arbeit erleichtern soll. Nach einem Gespräch am Rande der WM bestätigte Heinz Jacobsen, Vorsitzender des Ligaausschusses, "dass die Vereine gemeinsam mit dem Ligaausschuss die Nationalmannschaft nach Kräften unterstützen werden".

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Frei vor dem Tor: Jörg Kunze.

Um Platz fünf bis acht

Erst aber steht Heiner Brand und seiner Auswahl wie bei Olympia 2000 und der WM 1999 noch der harte Gang durch die Playoff-Runde um die Plätze fünf bis acht bevor. In Paris wartet am Samstag (12.00 Uhr) als nächster Gegner überraschend Olympiasieger Russland, der im Viertelfinale Ägypten mit 19:21 unterlag. "Von der Besetzung ist bei denen nicht so ein großer Unterschied zur Olympia-Mannschaft. Eigentlich können sie nicht verloren haben", meinte Brand verblüfft. Dessen ungeachtet lautet nun das Ziel, wieder Fünfter zu werden. "Wir haben bei allen Turnieren seriös durchgespielt und werden das auch hier hinkriegen. Wir wissen, dass wir Verantwortung für den deutschen Handball haben. Der Gegner konnte uns nicht mehr schocken", sagte Brand noch unter dem Eindruck des dramatischen Frankreich-Spiels.

"Ein Wunder, dass der Ball reingegangen ist"

Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt schwankten die Gefühle während und nach den 70 Spielminuten inklusive Verlängerung. Bis fünf Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit wähnte sich die deutsche Mannschaft im Halbfinale. Jackson Richardson beendete den Medaillentraum mit seinem Treffer zum 22:22-Ausgleich jäh. "Es war ein Wunder, dass dieser Ball reingegangen ist", bemühte Frankreichs Trainer Daniel Constantini höhere Kräfte. Für Brand hingegen brach eine Welt zusammen: "Ich habe kurz gedacht, dass wir gewonnen hatten. Aber das war schnell vorbei. Es ist schon frustrierend, zum dritten Mal hintereinander im Viertelfinale auszuscheiden."

Brand: Man muss den Hut ziehen

Noch auf dem Parkett flossen die ersten Tränen bei den sonst so hart gesottenen Spielern. Derweil lobte der Bundestrainer seine Akteure. Brand: "Auf jeden Fall muss man den Hut vor der Mannschaft ziehen. Wir haben uns gut verkauft und waren besser als in Sydney und Ägypten. Das ist verrückt mit dieser Mannschaft. Wenn uns vor zwei Wochen jemand gesagt hätte, dass wir mit diesem Ergebnis ausscheiden, wären wir stolz gewesen."

Von Martin Kloth, dpa - Fotos: AP, dpa

Geändert am 2. Februar 2001 14:05 von sab
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