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Ski-WM: Eine ganze Nation schaut auf Hermann Maier

Österreich fordert: Gold muss her

St. Anton - Der Sieg ist eine Frage der Ehre, der nationale Auftrag an den "Herminator" klar formuliert. "Noch hört man keine Kritik, aber am Samstag kommt für uns der Tag X", sagt Karl Schranz vor der Männer-Abfahrt der alpinen Ski-WM in St. Anton und redet nicht lange um den heißen Brei herum: "Alle erwarten in der Abfahrt den ersten Sieg für unser Herrenteam. Ich übrigens auch. Gold muss her."

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Jetzt gilt´s für den "Herminator": Im Abfahrtslauf fordert ganz Österreich die Goldmedaille.

Keine Frage: Wenn am Samstag (ab 12.00 Uhr, live im ZDF) auf der kurvigen und eisigen Piste "Karl Schranz" der König der Skispiele am Arlberg ermittelt wird, steht Nationalheld Hermann Maier unter Druck wie nie zuvor. Die Niederlage im Super-G gegen den Amerikaner Daron Rhalves hat man dem rot-weiß-roten Wunderteam gerade eben noch verziehen, aber mehr Großzügigkeit gegenüber den Gästen ist nicht erlaubt.

"Ich bin ruhiger geworden"

Hermann Maier selbst gibt sich vor dem Rennen der Rennen friedlich wie selten zuvor. "Mit dem ersten Sieg auf der Streif in Kitzbühel habe ich schon vor der WM alles erreicht. Ich bin ruhiger geworden. Darum stört es mich nicht wirklich, dass ich hier keine drei Titel mehr holen kann", behauptet der Doppel-Olympiasieger und -Weltmeister, der sich im Super-G noch hinter Landsmann Stephan Eberharter mit Bronze zufrieden geben musste: "Niederlagen sind für mich eine neue Erfahrung. Aber ich kann mit ihnen leben und habe gelernt, damit umzugehen."

Neue Töne vom Herminator

Neue Töne vom "Herminator", die Kritik an seinem süffisanten Lächeln, als Rahlves dem Kollegen Eberharter Gold im Super-G noch wegschnappte, ist selbst an ihm nicht spurlos vorüber gegangen. "Monster" Maier gibt sich zahm wie selten zuvor, auch im Training hielt er sich lange zurück, ehe er im letzten Zeitlauf am Freitag mit der zweitbesten Fahrt hinter Rahlves ein Zeichen setzte. Dritter wurde sensationell der 21-jährige Florian Eckert aus Lenggries.

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Nicht zu unterschätzen: Daron Rahlves hat sich schon den ersten Titel geschnappt.

Klammer setzt auf Maier

Geht es nach den Größen von einst, ist der Titelverteidiger am Samstag vorne. "Hermann ist klarer Favorit. Er hat in dieser Saison auch in Val d'Isere gewonnen, wo flache Gleitstücke drin sind. Er ist in der Lage, auf jeder Strecke der Welt der Beste zu sein", sagt Franz Klammer, Olympiasieger von 1976: "Aber die Jäger haben auch gemerkt, dass er zu knacken ist."

Der Schweizer Skiheld Bernhard Russi, Olympiasieger von 1976, sieht ebenfalls die Konkurrenz im Aufwind. "Mit Daron Rhalves muss man rechnen, auch der Schweizer Silvano Beltrametti kann Maier schlagen. Hermann ist ein armer Hund, weil sich alle auf ihn eingeschossen haben. Aber das muss er durchstehen, wenn er ein großer Champion sein will."

Deutsche Männer im Aufwind

Der deutsche Cheftrainer Martin Osswald sieht es ähnlich. "Fritz Strobl und Werner Franz sind die Favoriten, auch Rahlves und Beltrametti sind nicht zu vergessen - und dann gibt es natürlich noch Hermann Maier." Die Aussichten des deutschen Männerteams betrachtet Osswald durchaus zuversichtlich: "Alle drei sind in der Lage, unter die ersten Zehn zu fahren."

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Geändert am 2. Februar 2001 12:46 von sab
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