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Pokal-Halbfinale: Union Berlin - Borussia M´gladbach

Der "Cup" ist fast Nebensache

Pokal-Halbfinale paradox in Berlin-Köpenick: Den jeweiligen Aufstieg im Visier gerät die Vorschlussrunde im DFB-Vereinspokal zwischen dem Regionalligisten Union Berlin und dem Zweitligisten Borussia Mönchengladbach am Dienstag (20.30 Uhr/live in der ARD) fast zur Nebensache. "Wir steigen lieber auf, als dass wir Pokalsieger werden", erklärte Gladbach-Coach Hans Meyer.

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Gladbach-Trainer Hans Meyer: "Wir steigen lieber auf, als dass wir Pokalsieger werden"

Zeitgleich hämmerte sein Kollege bei Union, der Bulgare Georgi Wassiliew, Spielern und Fans erneut sein Credo ein: "Am Ende zählt nur der Aufstieg in die zweite Liga. Der Pokal ist gut für das Prestige, doch die Zukunft ist wichtiger."

"General" Wassiliew

Doch allem verbalen Geplänkel vor dem "Showdown" im Stadion "Alte Försterei" zum Trotz, ist die Anziehungskraft des Pokals ungebrochen. "Jetzt wollen wir die Sensation auch perfekt machen", kündigte Union-Kapitän Steffen Menze an. Dabei wird Union, bereits zu DDR-Zeiten mit dem Status eines Kultklubs, erneut auf die Qualitäten setzen, die im Pokal den Zweitligisten aus Oberhausen, Greuther Fürth, Ulm und dem Bundesligisten VfL Bochum zum Verhängnis wurden.

Das Prunkstück im Kader der "Eisernen", die eine Prämie von 32. 000 Mark pro Spieler für den Finaleinzug auslobten, ist die von "General" Wassiliew geformte Defensive. Allerdings hapert es im Abschluss. Im Viertelfinale gegen Bochum sorgte Manndecker Daniel Ernemann erst in der 90. Minute für den 1:0-Erfolg. Damit die Fans nicht unruhig werden, soll in der Halbzeitpause Rockröhre Nina Hagen einheizen.

Ran an die Schneeschieber

Ob das "Spiel des Jahres" jedoch überhaupt wie geplant über die Bühne gehen kann, wird erst eine Platzbegehung am Spieltag ergeben. "Wir ziehen jetzt Schneeschieber zusammen und hoffen mit Hilfe der Fans, den Platz doch noch freizuschieben", erklärte Geschäftsstellenleiter Kai Apelt. Vielleicht würde den Gästen vom Niederrhein eine Verschiebung gar nicht schlecht ins Konzept passen. Vor allem der Ausfall von Kapitän Marcel Witecek (Innenbandprobleme am rechten Knie) und Sladan Asanin (Zehenbruch) schmerzt Meyer, der zwischen Januar und Oktober 1995 selbst als Trainer bei Union tätig war.

"Gut, dass wir überall unsere Leute haben"

Im selben Jahr gewann der Tabellendritte vom Bökelberg zum letzten Mal den DFB-Pokal. "Letzte Mohikaner" vom 3:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg sind Torwart Uwe Kamps und Sportdirektor Christian Hochstätter. Während Kamps im Training Elfmeter übte, sorgte Hochstätter auf der Reise nach dem ausgefallenen Spiel bei den Stuttgarter Kickers für "Übungsplätze".

Beim VfB Stuttgart gab Ex-Manager Rolf Rüssmann grünes Licht, in Berlin ließ der ehemalige Marketingleiter und heutige Hertha-Geschäftsführer Ingo Schiller die Gäste auf den Platz. "Gut, dass wir überall unsere Leute haben", kommentierte Hochstätter. - Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Berlin: Beuckert - Tschiedel - Persich, Ernemann - Menze - Kremenliew, Balcarek, Koilow, Nikol - Durkovic, Isa

Mönchengladbach: Kamps - Eberl, Pletsch, Korell, Osthoff - Demo, Hausweiler, Stassin - Korzynietz, van Lent, van Houdt

Schiedsrichter: Dr. Fleischer (Hallstadt)

Christian Sachs, sid - Foto: Archiv

Geändert am 5. Februar 2001 19:25 von mwege
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