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"Positives Gefühl" - Matthäus überlegt

Eintracht rechnet mit "Ja-Wort"

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":;Nach 15 Jahren Bayern lieben einen die Fans der anderen nicht": Lothar Matthäus sieht´s gelassen

Frankfurt/Main - Die Fans protestieren, die Spieler schweigen, aber die Führungsetage von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt sieht sich in punkto "Teamchef" Lothar Matthäus fast am Ziel ihrer Träume.

"Ich bin sehr optimistisch, dass es zu einer Verpflichtung kommen könnte. Matthäus wäre auch langfristig ein großer Gewinn für uns", erklärte Frankfurts Vorstandschef Steven Jedlicki, der im Laufe des Montags mit dem fast sehnsüchtig erwarteten "Ja-Wort" des medienwirksamen Rekord-Nationalspielers und fünfmaligen WM-Teilnehmers rechnet.

"In ein paar Jahren zum Top-Klub"

Die Weichen für den Coup stellte der neue starke Eintracht-Mann Jedlicki am Samstag rund 14 Stunden nach dem erlösenden 1:0 (0:0) im Abstiegsduell gegen Energie Cottbus. Bei einem ersten persönlichen Zwei-Stunden-Treff am Münchner Flughafen kamen sich beide Seiten näher. "Es war ein sehr gutes, offenes und informatives Gespräch", sagte der 39-jährige Matthäus der Bild-Zeitung: "Ich habe mit seriösen Männern verhandelt, die aus der Eintracht in ein paar Jahren einen Top-Klub machen wollen. Spätestens am Montag wird es eine Enstcheidung geben."

Sowohl Matthäus als auch die durch Jedlicki, Verwaltungsrat Reinhard Gödel und Interimscoach beziehungsweise Sportdirektor Rolf Dohmen vertretene Eintracht legten ihre Vorstellungen und Visionen offen, über einen möglichen Antrittstermin konnte sich allerdings noch nicht geeinigt werden. Im Zuge dessen entschied Frankfurts Vorstand, dass eine zunächst vom Sonntag auf Dienstag verlegte Aufsichtsratssitzung auf unbestimmte Zeit verschoben wird.

Dohmen: "Ich habe meinen Spaß als Trainer"

"Wir werden am Montag nochmals telefonischen Kontakt haben. Ich habe ein sehr positives Gefühl", sagte Dohmen. Der 48 Jahre alte ehemalige Bundesliga-Profi wird dennoch unabhängig von der Entscheidung Matthäus am Freitag im Auswärtsspiel der Eintracht bei 1860 München (20.15 Uhr) zum dritten Mal als Chef auf der Bank sitzen. Dies entschied der Vorstand der Eintracht-Fußball-AG.

Nicht zuletzt dank seiner maximalen Ausbeute von zwei Siegen in zwei Spielen und der vielen Fürsprecher innerhalb der Mannschaft (Jan-Aage Fjörtoft: "Dohmen ist ein hervorragender Coach") ist auch ein Engagement des Ex-Karlsruhers bis Saisonende möglich, falls Matthäus erst im Juni bei der Eintracht einsteigen will. Dohmen: "Ich habe meinen Spaß als Trainer. Gerade, wenn die Resultate stimmen", meinte er nach dem zweiten Erfolgserlebnis binnen fünf Tagen durch das "Goldene Tor" von Horst Heldt (65.).

Fan-Proteste - Spieler schweigen

Der blonde Mittelfelspieler wollte sich wie fast die komplette Mannschaft nicht zu einem möglichen neuen Teamchef Matthäus äußern.

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"Stimmung ließe sich umdrehen" - man muss nur Erfolg haben

Die Fans machen aus ihrem Herzen dagegen keine Mördergrube. Doch den zahlreichen "Anti-Matthäus"-Aktionen beim Spiel gegen Cottbus ("Loddar, verpiss Dich") sowie verheerenden Umfrage-Werten (74,4 Prozent gegen Matthäus) schenken sowohl die Verantwortlichen als auch der Gescholltene selbst keine Beachtung. Matthäus: "Wenn man 15 Jahre bei Bayern München gespielt hat, ist man in Frankfurt, Berlin oder Kaiserslautern nicht beliebt", so der Kapitän der deutschen Weltmeister-Elf von 1990: "Sollte ich Erfolg haben, ließe sich die Stimmung bei den Anhängern auch umdrehen. Da liegen einem die Fans zu Füßen"

Im Zug der negativen Kritik dementierten Jedlicki, der den Traditionsklub im Sommer als Geschäftsführer des strategischen Partners Octagon mit einer Finanzspritze von 50 Millionen Mark rettete, und Dohmen Spekulationen über eine lancierte Werbeaktion. Die Liaison mit Matthäus solle Octagon weltweite Aufmerksamkeit bringen, hieß es. "Uns setzt niemand unter Druck. Es zählen bei einer möglichen Verpflichtung von Lothar nur sportliche Aspekte", bekräftige Dohmen. Dennoch soll der Partner der Eintracht bei einem Matthäus-Engagement weitere 50 Millionen Mark "Prämie" versprochen haben.

Ulrike Lange, sid

Geändert am 11. Februar 2001 16:08 von to
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