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WM-Slalom der Männer: Matt vor Raich und Kunc
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WM-Slalom der Männer: Matt vor Raich und Kunc

Österreich im Rausch

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Da lächelte der Mann mit dem eisernen Blick: Putin gratulierte seinem glü,seligen Gastgeber Klestil

St. Anton - Selbst der Mann mit dem eisernen Blick war beeindruckt. Nicht unbedingt von seinem Landsmann Alexej Sugrobow allerdings, der vor den Augen von Wladimir Putin im zweiten Lauf ausschied. Als aber feststand, dass Österreich zum Abschluss der alpinen Ski-WM in St. Anton Gold sicher hatte, als der Berg unter dem Getöse von rund 50.000 Menschen bebte, da zeigte sogar der russische Staatspräsident Gefühle, lächelte und gratulierte mit robustem Handschlag seinem Gastgeber, dem glücklichen Bundespräsidenten Thomas Klestil.

Im letzten Rennen bescherten die so genannten "jungen Wilden" den Gastgebern endlich jene Glücksgefühle, auf die diese bei der WM oft vergeblich gewartet hatten. Vor der mutmaßlich größten Publikum, das je eine Ski-Piste säumte, rasten die beiden Draufgänger Mario Matt und Benjamin Raich im Slalom zu Gold und Silber. Den totalen Triumph für die rot-weiß-rote Truppe verhinderte der Überraschungs-Dritte Mitja Kunc aus Slowenien. Markus Eberle (Kleinwalsertal) wurde ein wenig enttäuschend nur 14.

Es war das perfekte Happyend für die Alpin-Großmacht, die mit dreimal Gold, sechsmal Silber und zweimal Bronze rund ein Drittel aller 30 WM-Medaillen gewann: Ausgerechnet Mario Matt, erst 21 Jahre alt, der "Junge von nebenan" aus dem nur zehn Kilometer entfernten 900-Seelen-Dorf Flirsch und bereits mit Silber in der Kombination dekoriert, hielt dem schier unmenschlichen Druck stand und gewann Österreichs erstes WM-Gold im Slalom seit 1989. Damals hatte der mittlerweile tödlich verunglückte Rudi Nierlich in Vail gesiegt.

Mit einer "Kampf-Fahrt" an die Spitze

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"Weltmeister, das ist der Wahnsinn": Mario Matt (Gold, Österreich, Mi), Benjamin Raich (Silber, Österreich, li), und Mitja Kunc (Bronze, Slowenien)

"Für mich ist ein Riesentraum in Erfüllung gegangen. Es war schon ein Traum, hier zu starten, und dann noch Weltmeister, das ist der Wahnsinn", sagte der neue "Super-Mario" überwältigt. Mit einer "Kampf-Fahrt" im zweiten Lauf verbesserte sich Matt noch vom zweiten auf den ersten Rang (1:39,66 Minuten) und fing damit den nach Lauf eins führenden Benjamin Raich (1:39,81) ab. Kunc kam unerwartet in 1:40,36 von Rang sieben nach vorne geschossen und gewann die erste alpine Männer-Medaille bei einer WM für sein Land.

Markus Eberle blieb mit Rang 14 (1:42,17) unter seinen Möglichkeiten und war entsprechend zerknirscht. "Ein Platz unter den ersten Zehn wäre besser gewesen", bekannte der 31-Jährige, der im zweiten Durchgang mit Startnummer eins die Gunst der Stunde nicht nutzen konnte - oder wollte: "Mit fehlt einfach das Selbstvertrauen. Ich wollte attackieren, aber nicht sinnlos." Nach der Absage von Alois Vogl (Lohberg/Rückenbeschwerden) schieden die beiden weiteren DSV-Starter Andreas Ertl (Lenggries/im 1. Lauf) und Marco Pastore (Garmisch/im 2. Lauf) aus.

Keiner beherrscht die Carvers wie die "jungen Wilden"

Armes Deutschland, felix Austria. Nur einen Weltcup-Slalom in diesem Winter hatten die Österreicher nicht gewonnen, in Wengen gar einen historischen Fünffach-Triumph gelandet. Keiner beherrscht die kurzen Carver-Ski so souverän wie die "jungen Wilden". Typischer Vertreter dieser Generation ist Mario Matt. Erstmals war die Ski-Welt im Vorjahr auf ihn aufmerksam geworden, als er in Kitzbühel mit der hohen Startnummer 47 zum Sieg fuhr. Aggresssiv, fast brutal stürmt der blondierte Techno-Fan zu Tal, kommt dabei breitbeinig daher wie ein Revolverheld beim finalen Duell.

Favorit Raich zeigte Nerven: "Es war knapp"

Dass der 188 Zentimeter lange Tiroler gewann, war trotz allem überraschend. In den beiden Rennen vor der WM in Kitzbühel und Schladming schied er aus, Kollege Benjamin Raich dagegen war vor St. Anton gleich dreimal hintereinander erfolgreich und der erklärte Favorit. Doch dann zeigte der "Blitz aus Pitz", der laut Trainer Gert Ehn wie alle seine Teamkollegen so cool ist, "dass er am Start Eiswürfel ausspucken könnte", doch Nerven - ein schwerer Patzer, aus der Traum: "Es war knapp, aber Mario ist ein würdiger Weltmeister."

Geändert am 11. Februar 2001 18:27 von to
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