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Öffentlicher Druck auf ARD/ZDF wächstPoker um WM-TV-Rechte geht weiter
Der Druck auf die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF im Poker mit der Kirch-Gruppe um die TV-Rechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 wächst. "Schade, dass die Verhandlungen über die Übertragungsrechte bisher nicht erfolgreich waren. Die Fußball-WM 2006 in Deutschland wollen die Fußballfans, auch ich, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sehen. Fußball ist inzwischen 'big business'. Doch das darf nicht auf Kosten der Sportbegeisterten gehen. Dann wären wir alle die Verlierer. Aber 2006 wollen wir Gewinner sein", sagte der für den Sport zuständige Bundesinnenminister Otto Schily der Bild am Sonntag. Auch Beck will weitere VerhandlungenAuch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) verlangt eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. "Dabei sollte es doch noch zu einer Einigung für frei empfangbare Spiele kommen", sagte der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder in der "BamS". Eine gleichlautende Forderung hatte zuvor auch Erwin Huber (CSU), Chef der bayerischen Staatskanzlei, erhoben. Die Offensive der Politik verfehlt offenbar nicht ihre Wirkung, nachdem am vergangenen Mittwoch die Verhandlungen zwischen ARD/ZDF und dem Unternehmen des Münchner Medien-Moguls Leo Kirch abgebrochen wurden. "Wir haben die Tür zu den Verhandlungen nicht zugeschlagen. Wenn sie von der Kirch-Gruppe wieder aufgemacht wird, dann bin ich auch optimistisch, dass wir zu einem Abschluss kommen", sagte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen. Auch der NDR-Intendant Jobst Plog sieht noch die Chance zu einer Einigung: "Ich glaube, dass es noch in eine neue Runde geht." Von Seiten der Kirch-Gruppe gibt es allerdings zurzeit keine Signale, die Verhandlungen mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten wieder aufzunehmen. Potenzielle Abnehmer der WM-TV-Rechte könnten SAT.1, das DSF oder RTL sein. Pleitgen: "Mit Rechten verantwortungsbewusst umgehenPleitgen: "Kirch muss mit den Rechten verantwortungsbewusst umgehen. Das ist keine Ware wie 100 Tonnen Kartoffeln. Mit so einem Gut - und die Rechte sind ein Gut - muss man so umgehen, dass man nicht nur an Marktbeherrschung und Geldverdienen denkt. Er muss auch die gesellschaftliche Komponente beachten. Das Publikum ist das Richtmaß. Und ich glaube, die öffentliche Meinung steht hinter uns." Kirch hatte die TV-Rechte am WM-Turnier 2002 in Japan und Südkorea sowie der besonders attraktiven WM 2006 in Deutschland für insgesamt 3,4 Milliarden Mark erworben. Für 2002 sind 225 Millionen Mark und für 2006 eine halbe Milliarde Mark für den deutschen TV-Markt im Gespräch. Fußball-WM: "Visitenkarte Deutschlands in der Welt"Der stellvertretende Fraktionschef im NRW-Landtag, Marc Jan Eumann (SPD), machte sich im Express für eine Änderung des Rundfunkstaatsvertrages stark: "Alle Spiele in Deutschland sollten im Gratis-TV zu sehen sein. Dafür muss der Rundfunkstaatsvertrag geändert werden." Kirch hat jedoch großes Interesses, einen Großteil der WM-Spiele ausschließlich im Pay-TV auzustrahlen. Die Vorsitzende des Bundestags-Medienausschuss, Monika Griefahn (SPD), appellierte ebenfalls an die Politik, aktiv zu werden: "Die Fußball-WM soll eine Visitenkarte Deutschlands in der Welt werden. Dass die TV-Rechte dafür allein bei einem Privat-Unternehmer liegen, ist schlicht unmöglich." Ralph Durry, sid
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| Geändert am 25. Februar 2001 13:58 von to | |||||||