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Mir-Absturz erneut verschoben - Bodenstation:Alles im Griff auf dem sinkenden SchiffMoskau - Auf ihre letzten Tage im All sorgt die russische Raumstation Mir für reichlich Unruhe und Besorgnis. Verwirrung um den Absturztermin, widersprüchliche Angaben russischer Experten und die Angst vor einem unkontrollierten Niedergang einzelner Trümmerteile beunruhigen die Menschen zwischen Deutschland und Neuseeland. "Es gibt keinen Anlass zur Sorge, die Station gehorcht uns aufs Wort", sagte Waleri Lyndin, Sprecher der Flugleitzentrale bei Moskau, am Mittwoch.
Schuld an dem Durcheinander trug über Tage die strittige Detailfrage, in welcher Flughöhe mit ferngesteuerten Bremsimpulsen der endgültige Absturz des Himmelslabors eingeleitet wird. Bislang war die Rede von der kritischen Marke in 250 Kilometern Höhe, die die altersschwache Mir am Freitag erreichen soll. Ab dann lässt sich der Niedergang des 140 Tonnen schweren Orbitgiganten wegen der immer stärker werdenden Erdanziehungskraft nicht mehr stoppen. Mit den entscheidenden Bremsimpulsen will die Bodenstation aber noch bis etwa zum 18. März warten, um den Treibstoffverbrauch für die Manöver zu verringern und den Absturz besser kontrollieren zu können. Dann wäre das seit Sommer vergangenen Jahres unbemannte Himmelslabor auf eine Höhe von etwa 220 Kilometern abgesunken. Einfluss der SonnenstrahlungDer an die Station angedockte Progress-Raumtransporter wird seine Triebwerke gegen die Flugrichtung starten und die Mir damit abbremsen. Die veränderte Flugbahn solle dann einen Tag lang analysiert werden, kündigte die Raumfahrtbehörde Rosawiakosmos an. Auch nach dem zweiten Bremsvorgang benötigen die Experten etwa einen Tag zur Auswertung der Flugdaten. Nach abweichenden Angaben der Flugleitzentrale sollen die drei Bremsmanöver innerhalb von 24 Stunden durchgeführt werden. Entscheidenden Einfluss auf den Sinkflug der Mir hat die Sonnenstrahlung. Erhöhte Sonnenaktivität führt zu einer Verdichtung der Atmosphäre, wodurch die Mir auf ihrer Erdumkreisung stärker abgebremst wird. Für den Fall der Fälle: HaftpflichtversicherungNach dem dritten und mit elf Minuten längsten Bremsschub geht alles ganz schnell: Innerhalb einer halben Stunde tauche die Mir in dichtere Schichten der Erdatmosphäre ein und verglühe zum größten Teil, zitierte die russische Tageszeitung "Sewodnja" aus den Plänen der Flugleitzentrale. Einzelne Trümmerteile sollen um den 20. März in die Weiten des südlichen Pazifiks jenseits aller besiedelten Inseln und Schifffahrtsrouten stürzen. Für den Fall der Fälle hat die Mir sogar eine eigene Haftpflichtversicherung. Von den Russen eigentlich ausgeschlossene Schadensfälle beim Absturz wurden mit 200 Millionen US-Dollar (420 Millionen Mark) versichert. Am Mittwoch kreiste die Raumstation in einer durchschnittlichen Höhe von 255 Kilometern um die Erde. Pro Tag sinkt die Mir mittlerweile fast zwei Kilometer ab - Tendenz zunehmend. dpa - Archivfoto: dpa
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| Geändert am 7. Maerz 2001 16:24 von aj | ||||