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Drach muss lange hinter Gitter
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Reemtsma-Entführer erhält beinahe die Höchststrafe:

Drach muss lange hinter Gitter

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Opfer und Entführer: Reemtsma (l) und Drach (r).

Hamburg - Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach muss für 14 Jahre und sechs Monate hinter Gitter.

Das Hamburger Landgericht verurteilte den 40-Jährigen am Donnerstag wegen erpresserischen Menschenraubes. Damit entsprach das Gericht der Forderung der Anklage und blieb nur ein halbes Jahr unter der möglichen Höchststrafe. Die mehr als einjährige Haft in Argentinien wurde Drach 1,2-fach angerechnet.

In seiner Urteilsbegründung erklärte Richter Dietrich Preuß am Donnerstag, Drach sei der Kopf der Kidnapper-Bande gewesen. Bedrückend für das Opfer Reemtsma sei nicht die Frage gewesen, ob er sterben werde, sondern die Ungewissheit, wie und wann der Tod eintrete.

Rekord-Lösegeld

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Das von der Polizei geblendete Polaroid- Foto (Archivbild vom 26. 03. 1996) zeigt Jan Philipp Reemtsma bei seinen Entführern mit einer Ausgabe der Bild- Zeitung vom 26. März 1996. Das Foto wurde den Angehörigen als Lebensbeweis übermittelt.

Reemtsma verbrachte 1966 33 Tage angekettet in einem Kellerverlies bei Bremen in der Gewalt seiner Entführer. Gegen die Zahlung der Rekord-Lösegeldsumme von 30 Millionen Mark kam er wieder frei. Reemtsma war während der Urteilsverkündung das erste Mal während des Prozesses nicht anwesend. "Ich bitte das Gericht, den Zeitpunkt, an dem Drach in Freiheit wieder Menschen gegenübertreten kann, weit in die Zukunft zu verlegen", hatte er in der vergangenen Woche gefordert.

Die Kammer folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger hatten eine Strafe gefordert, die sich an der des bereits verurteilten Mittäters Wolfgang Koszics orientiert. Koszics war 1997 zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die zweieinhalbjährige Haft Drachs in Argentinien rechnete ihm die Kammer im Verhältnis 1,2 zu 1 an. In etwa elfeinhalb Jahren kann Drach wieder ein freier Mann sein.

Vom Großteil der Beute bis heute keine Spur

Drach war im März 1998 nach seiner Flucht in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gefasst worden. Im Juli 2000 brachten ihn Polizisten nach Deutschland. Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts begann sein Prozess am 13. Dezember. Von dem Großteil des Lösegeldes fehlt bis heute jede Spur.

dpa - Fotos: AP, dpa

Geändert am 8. Maerz 2001 12:21 von aj
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