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Mi 13.06.2001

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Brasiliens neuer Coach: "Sheriff" Scolari
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Neuer Fußball-Nationaltrainer - Brasilianer feuern Leao

"Sheriff" Scolari soll`s nun richten

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Ein "Sheriff" für die Weltstars: Rivaldo, Romario und Co kicken demnächst unter Luiz Felipe Scolari

Brasilia - Der ebenso umstrittene wie erfolgreiche Vereinscoach Luiz Felipe Scolari von Cruzeiro Belo Horizonte ist zum neuen Trainer der brasilianischen Fußball-Nationalelf ernannt worden. Das gab der Präsident des Nationalverbandes CBF, Ricardo Teixeira, in Brasilia bekannt. Der 52-jährige Scolari wird Nachfolger des am Vortag wegen Erfolglosigkeit entlassenen Emerson Leao (51).

Seit dem Beginn seiner Trainerkarriere 1987 sammelte Scolari nationale und internationale Titel wie kaum ein Zweiter. Schon 1991 gelang ihm mit dem kleinen Provinz-Club Criciuma der Gewinn des brasilianischen Pokals. Danach folgten unter anderem Triumphe beim südamerikanischen Meistercup mit Gremio (1995) und Palmeiras (1999) sowie der Gewinn des Pokals und der brasilianischen Meisterschaft mit Gremio (1994 und 1996). Zwischendurch arbeitete er in Kuwait, Saudi- Arabien und Japan und wurde 1999 zum Trainer des Jahres in Südamerika gewählt.

Scolari: berüchtigt wegen seiner harten Gangart

Der frühere Vorstopper Scolari war als Spieler eher unscheinbar. Als Coach ist er aber in Brasilien nicht nur wegen seiner Erfolge, sondern auch auf Grund seiner harten Gangart mit den eigenen und den gegnerischen Spielern sowie mit der Presse, mit Funktionären und Schiedsrichtern berühmt berüchtigt. Journalisten werfen dem Sohn italienischer Einwanderer vor, eine destruktive bis brutale Spielweise zu bevorzugen und tauften ihn deshalb "Sheriff".

Scolaris Vorgänger Leao war erst am Montag nach nur acht Monaten im Amt gefeuert worden. Nach dem katastrophalen Abschneiden beim Konföderationen-Cup in Japan und Südkorea gab Teamkoordinator Antonio Lopes dem früheren Nationaltorwart Leao auf Befehl von Teixeira noch auf dem Flughafen Narita in Tokio den Laufpass.

Rivaldo, Romario und Co. kicken zu oft auf der Verliererseite

Unter Leao hatte der vierfache Weltmeister Brasilien nur vier von elf Begegnungen gewonnen. Im südamerikanischen Qualifikationsturnier zur Weltmeisterschaft 2002 belegt das Team nur Platz vier unter zehn Mannschaften und muss erstmals um die Qualifikation bangen, da nur die vier Erstplatzierten den direkten Sprung zum Weltturnier schaffen. Rivaldo, Romario und Co. verloren in der Qualifikation zuletzt gegen Ecuador und schafften gegen Peru nur ein Unentschieden.

Im Konföderationen-Pokal kam es noch schlimmer: Es gab enttäuschende Unentschieden gegen Fußballzwerge wie Kanada und Japan sowie Schlappen gegen Frankreich und Australien jeweils im Halbfinale und im Spiel um Platz drei. Es war das schlechteste Abschneiden der "Selecao" bei einem Turnier seit der WM 1966. "Das war eine neue Schande und zudem die schlimmste von allen", meinte Verbandspräsident Teixeira.

Zico: "Nationalmannschaft ist Spiegelbild der inkompetenten Funktionäre"

Nach den schwachen Auftritten des viermaligen Weltmeisters hatte sich die Kritik allerdings nicht nur an Leao entzündet. "Die Nationalmannschaft ist ein Spiegelbild der inkompetenten Funktionäre, die im brasilianischen Fußball herumlaufen", erklärte Idol Zico in einem Rundfunk-Interview und verwies auf einen Bericht des Sportministeriums, nach dem angeblich gegen 32 Manager und Agenten ermittelt werde, auch gegen Verbandspräsident Teixeira.

Erste Prüfung gegen Angstgegner Uruguay

Scolari muss bereits am Mittwoch den Kader für die Qualifikationsbegegnung bei Angstgegner Uruguay bekannt geben. Das Spiel findet am 1. Juli im Hexenkessel des Estadio Centenario in Montevideo statt. "Wenn wir auch da verlieren, sieht es sehr schlecht aus", meinte der frühere Weltstar Zico.

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Zuletzt geändert am 13. Juni 2001 11:09 von to

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