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Montag, 15. Mär. 10
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Mobiles
Regionale Vorlieben im globalen Fuhrpark Brühl - Die automobile Vielfalt ist größer denn je. Aller Globalisierung zum Trotz haben Europäer, Japaner und Amerikaner offenbar einen grundverschiedenen Geschmack und deshalb auch einen sehr unterschiedlichen Fuhrpark.
Die Automobilhersteller haben sich auf die regionalen Vorlieben und die jeweiligen Gesetze eingestellt. Nur die Premium-Marken müssen kaum unterscheiden: „Weil Luxus rund um den Globus gleich gut ankommt, können Marken wie BMW, Mercedes oder Audi überall die gleichen Autos verkaufen und müssen diese nur in Nuancen verändern”, erklärt der europäische Marketingvorstand von Nissan, Mario Canavesi. „Zwar gibt es vor allem in Nischen wie bei Roadstern und Geländewagen immer mal wieder Autos, die wir auch auf allen Märkten verkauften können”, sagt Canavesi. Doch wer die Masse ansprechen will, muss sich vorherrschenden Geschmacksmustern anpassen. Deshalb gibt es für jede große Region eigene Modelle. So hat Nissan im weltweiten Portfolio laut der deutschen Zentrale in Brühl fast 40 Modellreihen. In Europa werden davon nur etwa ein Dutzend angeboten. Auch in Japan oder USA gebe es nicht alle Modelle. Während es hin und wieder Gemeinsamkeiten zwischen Europa und Asien gebe, tickten die Uhren in den USA noch immer anders, sagt Canavesi. Weil Kraftstoffverbrauch in den USA kaum eine Rolle spielt und genug Platz da ist, sprengen Motoren und Formate den europäischen Rahmen. Für Japan macht Marktforscher Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen zum Beispiel wegen der räumlichen Enge den Bedarf an sehr kompakten Fahrzeugen aus. Auch die Premium-Anbieter können keine weltweite Einheitsware verkaufen. Mit den gesetzlich vorgeschriebenen Änderungen etwa an der Abgasanlage ist es ebenfalls nicht getan. So müssen sie laut Audi-Sprecher Udo Rügheimer auch Kraftstoffqualitäten berücksichtigen und deshalb vielfach etwas weniger weit entwickelte Motoren einbauen. Der Dieselmotor wird laut BMW-Sprecher Alfred Broede weder in Asien, noch in Nordamerika offensiv vermarktet. Deutliche Unterschiede zeigt der globale Geschmack auch bei Farbe und Ausstattung. „Während wir in Deutschland beim Cayenne nur etwa 20 Prozent der Fahrzeuge innen mit Holz auslegen, ist der Anteil in den USA fast doppelt so hoch”, sagt Porsche-Sprecher Stefan Marschall. Darüber hinaus geben sich Japaner nach Angaben von Audi-Sprecher Jürgen de Graeve auch beim Auto oft Technologie-besessen. „Deshalb liefern wir nach Tokio nur sehr hochwertig ausgestattete Fahrzeuge mit aufwendigem Bose-Soundsystem, 100 Prozent Tempomat, 100 Prozent Navigation und 100 Prozent Bordcomputer.” Die hohe Ausstattung im Ausland hat laut Rügheimer auch einen technischen Grund: Bekommen europäische Kunden ihren Wagen quasi erst nach der Bestellung individuell montiert, müssen Käufer anderswo mit einer geringeren Auswahl und einer vorsortierten Modellpalette vorlieb nehmen, damit die Lieferzeiten nicht zu lang werden. Auch die Vielfalt der Karosserievarianten kennt man außerhalb Europas kaum. „Beispielsweise der Kombi hat nur in Europa eine breite Akzeptanz”, sagt Broede. Vor allem in Asien werden hauptsächlich Limousinen und Coupés verkauft. Selbst Cabrios sind nicht überall der Renner. So kommt bei Porsche in Deutschland auf einen geschlossenen auch ein offener 911. In Japan dagegen wollen neun von zehn Kunden den Himmel allenfalls durch das Schiebedach sehen. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/a/service/auto/t/rzo112148.html |
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