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Freitag, 19. Mär. 10

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Defekte Stoßdämpfer bleiben oft unerkannt

Hannover/Schweinfurt - Wenn es um die Sicherheit von Fahrzeugen geht, denken viele Autofahrer an den Sicherheitsgurt oder den Airbag.

Stoßdämpfer-Test

Tests der Stoßdämpfer sind nicht vorgeschrieben. (Bild: ZF Sachs/dpa/gms)

An die Stoßdämpfer denkt dagegen kaum jemand - dabei gehören sie zu den wichtigsten technischen Bauteilen eines Autos.

Ohne funktionierende Dämpfer könnte das Fahrwerk einen Wagen nicht sicher auf der Straße halten. Dabei wäre bei vielen Autos mehr Aufmerksamkeit in Sachen Stoßdämpfer angebracht. Ihr Zustand wird von den Autofahrern oft vernachlässigt, ist die Erfahrung der Sachverständigen bei der Dekra in Stuttgart. Auch die jüngste Stoßdämpfer-Sicherheitsaktion des Verbandes der Technischen Überwachungsvereine (VDTÜV) in Berlin, bei der im Jahr 2004 bundesweit mehr als 12 000 Fahrzeuge überprüft wurden, belegt diese Einschätzung: 14,4 Prozent (1728 Autos) der freiwillig getesteten Fahrzeuge wiesen defekte Dämpfer auf.

Dabei dürfte der tatsächliche Anteil noch größer sein, schätzt Bert Korporal, Sachverständiger beim TÜV Nord in Hannover. Es gebe noch keine Pflicht, bei der Hauptuntersuchung auch einen Test der Stoßdämpfer vorzunehmen. Die Statistik sei daher lückenhaft.

Die Gefahr, die von defekten Dämpfern ausgeht, dürfte umso größer sein - denn Stoßdämpfer haben laut dem VDTÜV einen entscheidenden Einfluss auf die Fahrsicherheit. Die „Schwingungsdämpfer”, wie sie nach Angaben des Herstellers ZF Sachs in Schweinfurt korrekt heißen, sollen durch Fahrbahnunebenheiten ausgelöste Schwingungen der Karosserie rasch abklingen lassen. Zudem sollen sie sicherstellen, „dass unter allen Bedingungen der Fahrbahnkontakt erhalten bleibt”. Damit wird ebenfalls gewährleistet, dass beim Bremsen optimal verzögert wird und das Fahrverhalten in Kurven stabil bleibt.

Bei defekten Stoßdämpfern wird das Rad nicht mehr in seinem Schwingungsverhalten beeinflusst, erklärt TÜV-Experte Korporal: „Das Rad schwingt nach oder springt. Der Fahrbahnkontakt wird unterbrochen.” Das wirkt sich negativ auf das Fahrverhalten aus: Tests des VDTÜV ergaben, dass sich mit defekten Dämpfern auf unebener Straße bereits bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde der Bremsweg um bis zu drei Meter (8 Prozent) verlängern kann.

Das Hauptproblem bei Stoßdämpferdefekten ist nach Ansicht von Bert Korporal, dass Autofahrer sie nicht bemerken. Meist findet eine schleichende Veränderung statt, wobei die Dämpfer allmählich in ihrer Wirkung nachlassen. „Man gewöhnt sich an bestimmte Eigenschaften des Autos”, erklärt Korporal. Reaktionen des Autos, die auf verschlissene Dämpfer hindeuten - etwa ein „Nicken” beim Bremsen, ein Aufschaukeln nach Bodenwellen oder ein insgesamt „schwammiges” Fahrverhalten - werden vom Fahrer daher oft nicht als Warnsignale erkannt.

Nach Korporals Ansicht sollte daher vorsichtshalber bei jeder Hauptuntersuchung oder Inspektion auch ein Funktionstest der Stoßdämpfer vorgenommen werden. Nur auf diese Weise erhielten Autofahrer zuverlässige Anhaltspunkte über die Funktion der Dämpfer - alles andere sei zu ungenau: „Auf die Karosserie zu drücken und festzustellen, das Auto wippt nach, bringt nichts.”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/service/auto/t/rzo113877.html
Dienstag, 21. Dezember 2004, 10:18 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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