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Sonntag, 27. Februar 05

Heinz Rudolf KunzeHan­nover - Er ist ein Urge­stein der deut­schen Rock­musik: Heinz Rudolf Kunze. Seit 25 Jahren steht er auf der Bühne. Und passend zu diesem Jubiläum erscheint am 28. Februar sein neues Album „Das Ori­ginal”.

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Urgestein Heinz Rudolf Kunze feiert Jubiläum

Hannover - Er ist ein Urgestein der deutschen Rockmusik: Heinz Rudolf Kunze. Seit 25 Jahren steht er auf der Bühne.

Heinz Rudolf Kunze

Heinz Rudolf Kunze singt mit Inbrunst.

Und passend zu diesem Jubiläum erscheint am 28. Februar sein neues Album „Das Original”.

Eine „typische” Platte solle dies sein, sagt er, ohne Experimente - eben „typisch”. „Ich selbst war ja manchmal nicht unbedingt so sehr typisch, sondern habe mich weit aus dem Fenster gelehnt - aber ich bin ja nicht herausgefallen”, sagt Kunze und grinst.

„Dein ist mein ganzes Herz”, „Meine eigenen Wege”, „Lola” - die Hits, die den 48-Jährigen bekannt gemacht haben und noch heute die Fans zum Toben bringen, gehen ihm selbst manchmal auf die Nerven. „Es ist eine zwiespältige Sache mit den erfolgreichen Nummern: Auf der einen Seite muss man ihnen dankbar sein, auf der anderen hängen sie einem zum Halse raus”, sagt er seufzend, setzt seine markante Brille ab und reibt sich müde die Augen.

Mehr als 220 Lieder hat Kunze geschrieben, der mit seiner Familie in der Wedemark bei Hannover wohnt. Seine Texte sind lyrisch, anspruchsvoll und manchmal provozierend. „Ich hoffe natürlich, niemanden zu überfordern, aber wenn es so sein sollte, muss ich es in Kauf nehmen”, sagt er. „Ich will die Leute ja nicht bewusst vor Rätsel stellen, aber es hat wenig Sinn, meine Sachen künstlich zu vereinfachen.”

Manche nennen den Sänger oberlehrerhaft, im Freundeskreis drückt man dies anders aus: „Das Profane liegt ihm einfach nicht”, heißt es dort. So sind die alltäglichen Dinge des Lebens oder gar persönliche Erlebnisse auch nur selten Thema in seinen Liedern. „Das Leben kommt schon drin vor, hier und da, manchmal maskiert, manchmal direkt - aber nur als Teilchen. Ich finde, man kann mit Dichtung mehr anfangen als ein öffentliches Tagebuch zu führen”, sagt Kunze, der Germanistik und Philosophie studiert hat und Kafka zu seinen Lieblingsschriftstellern zählt. „Ich bin Erfinder, ich bin Dichter von Beruf, und da ist es mein Job, dass mir Sachen auch einfallen.”

Gern zitiert Kunze bei seinen Konzerten aus seinen Gedichten. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht. Auch in der Sparte Musical hat er sich einen Namen gemacht. 2003 etwa brachte er zusammen mit seinem Partner Heiner Lürig den Shakespeare-Klassiker „Ein Sommernachtstraum” im Gartentheater Hannover-Herrenhausen auf die Bühne. Für den Deutschen Evangelischen Kirchentag im Mai in Hannover hat er den Erkennungssong „Mehr als dies” geschrieben. Sein eigenes Verhältnis zur Kirche beschreibt Kunze als kritisch-interessiert.

Nach 25 veröffentlichten Alben fällt es ihm schwer, eines seiner Lieder als Lieblingslied zu bezeichnen: „Eine eindeutige Hitparade über all die Jahre gibt es nicht.” Besonders beeindruckt hätten ihn die „gigantischen Konzerte” in der ehemaligen DDR, zu denen 50 000 Zuhörer gekommen seien.

Diese Größenordnungen sind heute Vergangenheit, da macht Kunze sich keine Illusionen. Meistens tritt er nun in vergleichsweise kleinen Hallen auf. Doch auf „Fan-Fang” geht er deshalb nicht. „Ich habe nichts gegen neue Leute, die sich für meine Musik interessieren, ich weise sie niemals ab. Aber ich gehe nicht bewusst darauf aus”, sagt er. „Das passt nicht zu mir.”

www.heinzrudolfkunze.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/02/27/magazin/musik/t/rzo131245.html
Sonntag, 27. Februar 2005, 15:09 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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