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Freitag, 19. Mär. 10

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MG Rover vor ersten Entlassungen

London - Entscheidungen über erste Entlassungen beim zahlungsunfähigen britischen Autoproduzenten MG Rover stehen nach Berichten unmittelbar bevor. Den gut 6000 Beschäftigten des Rover- Werks in Birmingham wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur PA vom Sonntag gesagt, sie würden an diesem Montag von den Insolvenzverwaltern über mögliche sofortige Entlassungen informiert. Zulieferfirmen hätten bereits Hunderte von Stellen gestrichen, hieß es weiter.

MG Rover-Fabrik in Longbridge, Birmingham

Rover soll Konkurs ange­mel­det haben.

Nach einem Bericht des „Sunday Telegraph” wird MG Rover ohne neue Finanzierungsquellen ab Mitte dieser Woche ohne Barmittel dastehen. Außerdem sagte Ian Powell vom Insolvenzverwalter PricewaterhouseCoopers der Zeitung, dass auch die Muttergesellschaft von Rover, die Phoenix Venture Holding, vor der Insolvenz stehe.

Darüber hinaus müssten die Sanierungsexperten herausfinden, welche Rechte des Unternehmens bereits an den chinesischen Autobauer Shanghai Automotive Industrial Corporation (SAIC) übergegangen seien. In der vergangenen Woche waren monatelange Übernahmeverhandlungen unter Beteiligung der britischen Regierung mit SAIC gescheitert. Anschließend war die Zahlungsunfähigkeit des letzten selbstständigen Autobauers Großbritanniens erklärt worden. Die Produktion war am Donnerstag eingestellt worden.

Derzeit untersuchten Rechtsexperten die Situation, sagte Powell nach dem Bericht. Es deute einiges darauf hin, dass das chinesische Unternehmen durch frühere Vereinbarungen die Rechte unter anderem am Rover 25 und 75 besitze. Aus SAIC-Kreisen hieß es nach mehreren Zeitungsberichten, die Insolvenzverwalter könnten ohne die Zustimmung aus Shanghai keine Rechte zur Produktion von Rover-Autos veräußern.

Am vergangenen Freitag hatte Premierminister Tony Blair die Hilfe der britischen Regierung bei der Rettung von Arbeitsplätzen in Aussicht gestellt, jedoch keine Details genannt. Eine Lösung sei immer noch möglich, hatte Blair unter Berufung auf Gespräche mit der chinesischen Regierung gesagt. Nach Informationen des „Telegraph” sagte eine der Regierung in Peking nahe stehende Quelle jedoch, diese Gespräche seien „ergebnislos” verlaufen und man wolle nun erst einmal in Ruhe den abschließenden Bericht der Insolvenzverwalter abwarten.

BMW war Ende der 90er Jahre durch Rover in eine schwere Krise mit Milliardenverlusten geraten. Im Mai 2000 verkaufte der Konzern seine englische Tochter für den symbolischen Preis von zehn Pfund an das Phoenix-Konsortium, eine Gruppe von vier Geschäftsleuten. Seitdem hat Rover seine Verluste zwar stark verringert, doch von einem Gewinn ist die Firma immer noch weit entfernt.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/04/10/wirtschaft/t/rzo141582.html
Sonntag, 10. April 2005, 15:28 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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