|
|
Italienische Liga: Lazio Rom ist auf Titelkurs - Milan nörgeltKurze Ferien für die MillionarosRom - Mehr als zweieinhalb Wochen ohne Fußball halten die "Tifosi" nicht aus. Eine Winterpause kennt das fußball-verrückte Italien deshalb nicht. Nur zum Weihnachtsfest gönnt man den bestbezahlten Kickern der Welt südlich der Alpen eine Woche Ferien.
Aber selbst unterm Weihnachtsbaum bleibt Fußball das Gesprächsthema Nummer eins in Italien. Die Jahresbilanz steht an. Und die kennt nur einen strahlenden Sieger: Lazio Rom. Der "Weihnachtsmeister" überstrahlt alles, Titelverteidiger AC Mailand mit Oliver Bierhoff nörgelt abgeschlagen vor sich hin und Jörg Heinrichs AC Florenz hofft in der Serie A auf bessere Zeiten und träumt von der Champions League. Nur vier NiederlagenLazio verzaubert die Serie A und bietet immer wieder mal Traumfußball. "Dieses Jahr war unvergesslich", meint Trainer Sven- Göran Eriksson. Im ganzen Jahr 1999 hat Lazio nur vier Spiele verloren, die meisten Tore (68) erzielt und die wenigsten (26) kassiert. Nachdem den Römern in der letzten Saison noch auf der Zielgeraden die Puste ausgegangen war und statt des Meistertitels "nur" der Europacup der Pokalsieger heraussprang, ist Lazio nun auf Meisterschaftskurs. Nach 14 Spieltagen haben die Römer zwei Punkte Vorsprung vor dem wieder erstarkten Rekordmeister Juventus Turin. Danach folgt die Mannschaft der letzten Wochen, Werder Bremens nächster Uefa-Cup-Gegner AC Parma auf Rang drei.
Milan schon abgeschlagenTitelverteidiger AC Mailand folgt hinter dem AS Rom erst auf Platz fünf mit bereits sieben Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter. Der "Corriere della Sera" schreibt "Milan" beharrlich in die Krise, obwohl der Club zu Hause seit eineinhalb Jahren ungeschlagen ist. Aber das blamable Aus in der Champions League, wobei man sogar den "Trostwettbewerb" Uefa-Cup verpasste, hängt dem Meister immer noch nach. In Mailand nörgelt man herum. Das Bild und die Stimmung des Meisters ist weitaus schlechter als seine Platzierung. Die Mannschaft finde so langsam zum Spiel, aber sie sei eben noch sehr weit von ihrer Top-Form entfernt, mäkelt auch Trainer Alberto Zaccheroni. Oliver Bierhoff hat´s nicht leichtSobald Nationalmannschaftskapitän Oliver Bierhoff nicht trifft, wird er von der Presse mit Kritik und Häme überzogen. Trifft er, wird das als selbstverständlich registriert. Es sei denn, es war ein Kopfballtor, dann wird noch schnell Bierhoffs angebliche Schussschwäche angemerkt. Schwere Zeiten für den Deutschen in Mailand, der immerhin zusammen mit Inter Mailands "90-Millionen-Mark- Mann" Christian Vieri mit 19 Treffern der erfolgreichste Torjäger des Jahres 1999 war. In der laufenden Saison aber hat ihn Milans ukrainischer Neuzugang Andrej Schewtschenko mit seinen zehn Toren in den Schatten gestellt. Florenz hofft wieder auf bessere ZeitenNoch schlechter als Milan geht es dem Stadtrivalen Inter Mailand. Der Titelfavorit ist nur Siebter. Inter fehlt nicht nur der am Knie operierte Superstar Ronaldo, sondern die Linie im Spiel. In Florenz dagegen scheint man die Krise überwunden zu haben. "Florenz kann wieder Angst einflößen", bemerkte der "Corriere della Sera" nach dem hochverdienten Unentschieden gegen "Juve" am Sonntagabend. "Wir sind im Aufschwung", bestätigt auch Trainer Giovanni Trapattoni. In der Meisterschaft ist die Fiorentina zwar nur Zehnter, kann sich dafür im Gegensatz zu Milan oder Inter aber damit trösten, noch auf allen drei Hochzeiten zu tanzen. Der in der Serie A meist gut benotete und bereits zwei Mal erfolgreiche Jörg Heinrich darf also weiter vom Champions-League-Titel träumen, Von Bernhard Krieger, dpa - Fotos: AP, Reuters
|
|||||||||
| Geändert am 20. Dezember 1999 15:10 von sab | ||||||||||